^Back To Top
foto1 foto2 foto3 foto4 foto5 foto6 foto7 foto8 foto9 foto10

hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Tango der Lust – erotische Kurzgeschichten

Inhalt

Auch in diesem Band erotischer Kurzgeschichten geht es um Dominanz und Unterwerfung, sinnliche Spiele und hemmungslose Leidenschaft. Meine Protagonistinnen sind diesmal u.a. eine Ladendiebin, eine ungestüme Tangotänzerin, ein Callgirl ...  lasst euch überraschen, was mir alles eingefallen ist :-)

Tango der Lust

Erstausgabe: 2011–2015, U-Line-Verlag
Neuauflage: 2016, Elysion Books

Kindle Ebook

Taschenbuchausgabe

Tango-der-Lust

Leseprobe aus Tango d'Amour

Ihr gemeinsamer Tanz entwickelte sich von einem hochdramatischen schnellen Anfang hin zu einem sensiblen Spiel aus Sehnsucht und Hingabe, einem Zwiegespräch ihrer Körper. Es war auch nötig, das Tempo ein wenig zu drosseln. Denn allmählich kam er in Atemnot. Verflucht! Früher wäre ihm das nicht passiert.
Marina schlang ein Bein um ihn und er ließ sie für Sekunden gewähren, als gäbe er ihr die Freiheit, ihn einzufangen, ehe er sie mit einer schnellen Drehung von sich stieß, auf ausgestreckte Armlänge – nur um sie sofort wieder zu sich zurückzuziehen und ihren Rücken zu beugen, ihren Kopf tief zum Parkett hinab. Es fiel ihm schwer, Marinas Wesen zu verstehen und einzuordnen. Ihre nach außen getragene Weiblichkeit weckte seine männlichen Begierden, die mit jeder Sekunde heftiger durchbrachen. Andererseits war sie alles andere als die Art von Frau, bei der normalerweise seine niederen Instinkte erwachten. Es waren die ergebenen, devoten Frauen, die ihn anmachten. Wahres Glück war ihm bei seiner Wahl zwar nie beschieden. Zu kleinen Fesselspielen war die eine oder andere noch bereit, doch selten zu mehr.

Nun, mitten im Tanz, fragte Justin sich, wer hier gerade wen führte. Eigentlich hatte er nicht die Absicht, sich diesen Part abnehmen zu lassen.
Tango war Leidenschaft.
Tango war Leben.

Doch es war noch mehr.
Denn Marina entzog sich seiner Nähe, seiner Führung, nur um kurz darauf sich wieder voller Hingabe führen zu lassen. Dabei sprang ein Funke auf ihn über, der nichts mehr mit bloßem Tanzen zu tun hatte. Wie sich jetzt offenbarte, war Tango auch Kampf. Ein in jeder Phase höchst erotischer Kampf. Marinas Bewegungen, ihre Kopfhaltung, ihr Gesichtsausdruck. Sie spielte mit ihm Katz und Maus, mehr als jede andere Frau, mit der er jemals Tango getanzt hatte.
Nähe und Distanz, Führen und Folgen, Dominanz und Demut.
Justin zuckte mitten im Tanzen zusammen, als er begriff, wie viele Gemeinsamkeiten zwischen Tango und SM bestanden.

 


Gerechte Strafe

Leseprobe der Kurzgeschichte aus »Tango der Lust«

Das Preisetikett baumelte seitlich herab, mit einem pieksenden Plastikbinder befestigt. Da fiel Andrea etwas auf, was ihr anschließendes Handeln entscheidend beeinflusste: Der Plastikchip, den jedes Kleidungsstück als Diebstahlsicherung trägt, fehlte.
Andrea merkte, wie ihr die Hitze ins Gesicht emporstieg. Die Korsage war nicht gesichert. Wenn sie ihre Kleider darüber anzog, würde niemand bemerken, dass sie … Andrea kam gar nicht mehr zum Denken. Alle ihre Gedanken kreisten nur noch um dieses einzigartige Stück. Erregung fasste sie und ihre Handflächen waren schweißnasss.
Hastig zog sie ihre Sachen über. Bevor sie die Kabine verließ, musterte sie sich ein letztes Mal. Einwandfrei. Niemand würde sehen, was sie unter Bluse und Hose trug. Es war ja so einfach. Erhobenen Hauptes ging sie hinaus und zuckte zusammen, als eine Verkäuferin auf sie zukam und die Hand nach dem blauen Set ausstreckte. «Möchten Sie das nehmen?»
«Äh, nein, danke. Es ist doch nicht das Richtige für mich», erwiderte Andrea und zwang sich zu lächeln.
Die Verkäuferin schöpfte keinen Verdacht. Sie nahm das blaue Set entgegen, um es wieder an der richtigen Stelle aufzuhängen, und Andrea nahm den Weg Richtung Rolltreppe. Sie bemühte sich, ohne Hast zu gehen, streifte mit einer lässigen Handbewegung den Ärmel eines Kleides, prüfte kurz die Strings, die auf einem Tisch dekoriert waren und mit einem Preisnachlass warben.
Kurz bevor sie die Rolltreppe erreichte, hielt sie jemand von hinten fest und legte seinen Arm um ihre Taille.
«An Ihrer Stelle würde ich jetzt kein Aufsehen erregen», raunte eine Männerstimme ganz nah an ihrem Ohr. «Hausdetektiv. Kommen Sie mit.»
Er nahm sie am Oberarm und zog sie mit sich fort. Andrea war starr vor Schreck. Sie wagte kaum zu atmen, geschweige denn den Kopf zu drehen und den Mann anzusehen. Nun war es also passiert, was sie befürchtet hatte, wenn sie mal da oder dort einen Lippenstift oder andere kleine Kosmetikartikel in ihrer Jackentasche hatte verschwinden lassen. Nicht nur um das Geld zu sparen, sondern auch wegen des Kicks, sich dabei nicht erwischen zu lassen. Aber das heute war natürlich ein ganz anderes Kaliber.
Fieberhaft überlegte sie, wann und wie sie sich auffällig benommen hatte. Aber es fiel ihr nicht ein. Vielleicht hatte er ja beobachtet, wie sie mit der Korsage in die Kabine gegangen, jedoch ohne herausgekommen war. Ja, so musste es wohl gewesen sein. So ein Mist. Und nun?
Andrea sog die Luft ein. Leder. Der Geruch von Leder stieg in ihre Nase. Fantastisch.
Bevor der Detektiv sie resolut in sein Zimmer schob, erhaschte sie gerade noch einen Blick auf das Türschild. Eugen Lohmeier, Hausdetektiv. Erst jetzt gab der Mann ihren Arm frei und deutete auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch. Andrea setzte sich. Er selbst lehnte sich mit dem Po an die Tischkante und musterte sie ungeniert von oben bis unten.
Aufgrund der resoluten Stimme und des eher altmodischen Vornamens hätte Andrea erwartet, jetzt in das Gesicht eines Mannes jenseits der fünfzig zu schauen. Stattdessen musste sie feststellen, dass er allenfalls dreißig war, nur wenig größer als sie, muskulös, mit ausgefransten Jeans und einer Lederjacke bekleidet. Die blonden Haare kurz geschnitten, dazu ein schmales Kinnbärtchen. Trotz ihrer misslichen Lage musste sie sich eingestehen, dass er ihr gefiel. Vielleicht gelang es ihr ja, ihn um den Finger zu wickeln.

 


Dominanz

Leseprobe der Kurzgeschichte aus »Tango der Lust«

Manchmal muss man zu etwas härteren Methoden greifen und seine Liebste erziehen ...

Leseprobe aus Dominanz

Was er sich wohl diesmal ausgedacht hatte? Ungeduldig klopfte Anika mit ihren Fingern auf das Lenkrad. Wann wurde diese verdammte Ampel endlich grün? Max hasste Unpünktlichkeit. Für jede Minute, die sie zu spät kam, gab es einen Hieb mit dem Rohrstock. Einen festen Hieb. Doch so sehr sie sich auch anstrengte und sich vornahm, rechtzeitig loszufahren, sie schaffte es fast nie. Andererseits, auch wenn sie jammerte und heulte, es machte sie unvergleichlich heiß, dass er so streng und unnachgiebig war. Sie sehnte sich die ganze Woche über nach seiner Strenge, ohne dass sie es hätte erklären können. Sie war einfach verrückt nach ihm.

Max öffnete die Wohnungstür in demselben Moment, als Anika die Hand ausstreckte, um zu klingeln.
«Du bist zu spät! Zehn Minuten zu spät!»
Anstelle eines Kusses schlug er ihr auf die Wange. Es brannte wie Feuer und Anika traten Tränen in die Augen.
«Es tut mir leid! Aber musst du mich deswegen ins Gesicht schlagen?»
«Stell dich nicht so an. Es war nur deine Wange und es war auch nicht fest. Du solltest dir einen Wecker stellen, damit du pünktlich bist. Deine eigentliche Strafe bekommst du noch. Verlass dich drauf. Vielleicht sollte ich das Maß verdoppeln, damit du Gehorsam lernst?»
Ein Schauer erfasste Anika. Ihre Lippen zitterten und sie war unfähig, etwas darauf zu erwidern. Der Rohrstock. Zehn Minuten, das hieß bisher zehn Schläge. Sie war nicht sehr tapfer. Wenn er verdoppelte, dann bedeutete dies zwanzig Hiebe. Das würde sie unmöglich aushalten.
«Oh nein», stieß sie heiser hervor. «Bitte nicht, bitte, Max, ich werde mich bessern. Wirklich.»
Seine Drohung war ebenso beängstigend wie erregend. Sein Gesichtsausdruck ließ keine Zweifel zu, dass er ernst machen würde. Anika fühlte, wie ihre Schamlippen anschwollen und sich öffnen wollten. Sogar ihre Brüste schienen anzuschwellen und zu verlangen, dass er sie packte.
«Bitte verzeih mir, bitte!», flehte sie. «Ich habe dich die ganze Woche über so vermisst!» Verdammt, so etwas hätte sie früher nie getan. Betteln. Aber es hatte ihr auch niemand zuvor so schöne Orgasmen verschafft und sie auf diese Weise erregt, wie Max es konnte.
Er lachte. «Natürlich verzeihe ich dir. Auf deine Züchtigung komme ich später zurück. Vielleicht fällt sie auch weniger hart aus, wenn du gehorsam bist.»
«Oh ja, das werde ich», beeilte Anika sich zu versichern. «Ich werde gehorsam sein.»
«Abwarten. Ich habe heute etwas Besonderes mit dir vor. Geh ins Schlafzimmer und zieh dich aus.»
Er stand im Türrahmen und sah ihr dabei zu.
Als sie fertig war, legte er ihr breite Metallfesseln an, die innen weich gepolstert waren. Sie wurden mittels eines winzigen Schlosses gesichert, das durch zwei Ösen gezogen wurde. Artig hielt Anika ihm zuerst die Hände hin, hob dann erst den einen, danach den anderen Fuß. Absolut ausbruchsichere Fesseln. Ein nervöses Kribbeln bemächtigte sich Anikas Körper. Bisher hatte Max stets Lederfesseln verwendet. Und nie ein Schloss. Was hatte er vor?´

© Sira Rabe