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hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Gefangen

Gefangen

Delia ist jung, attraktiv und ungebunden. Sie übernimmt einen zunächst harmlosen Job in einem Edelbordell, doch dann wird Stammgast Lennart Kerner auf sie aufmerksam. Nach und nach gerät sie in seinen Bann. Doch Lennart ist nicht einfach zufrieden zu stellen und will immer mehr. Als er Delia mit seinen Wünschen überfordert, zieht sie sich zurück.
Aber sie hat nicht mit seiner Hartnäckigkeit gerechnet. Lennart hat längst ausspioniert, wo Delia wohnt. Er entführt sie, um sie zu seiner privaten Lustsklavin zu erziehen. Niemand wird nach ihr suchen, denn Lennart hat an alles gedacht …

Erscheinungstermin: 25. August 2008, Ubooks
Taschenbuch ISBN 978-3-86608-097-3


Leseprobe

Das letzte Geräusch, das Delia hörte, war das leise Einrasten der Tür im Schloss. Dann war es totenstill. Selbst die Musik, die den Gang beschallte, blieb draußen. Möglicherweise war dieser Raum auch besonders Schall gedämmt. Es war wie in einem Vakuum. Das einzige, was sie wahrnahm, war das nervöse Klopfen ihres Herzens.
Delia drehte ihren Kopf hin und her. Nichts. Nichts für ihre Ohren.
Sie musste davon ausgehen, dass er da war und sie beobachtete. Aber seine Anwesenheit war weder körperlich noch mit ihren anderen Sinnen wahrnehmbar. Es war unheimlich. Und auf eine gewisse Weise aufregend. Mehr aufregend als beängstigend.
Lennart war sich bewusst, dass er anders als bisher vorgehen musste. Er durfte sie nicht erschrecken, sondern musste sie langsam in die Spiele einführen, die ihm Lust bereiteten. Sofern sie ihm die Chance dazu gab. Eigentlich war sie die Frau, die er nicht hier, sondern lieber draußen, unter normalen Umständen kennen gelernt hätte, bei einem ganz alltäglichen Date. Aber wahrscheinlich würde sie sich dann eines Tages wie all die anderen vor ihr verhalten, und genau das musste er verhindern.
Er hatte genug davon, genug von all diesen Kränkungen, von Frauen, die über seine Freizeit, Urlaubsziele und Anschaffungen bestimmten, die nur auf sein Geld aus waren, nur den vermögenden, erfolgreichen Anwalt in ihm sahen, sich mit seiner attraktiven Begleitung schmückten. Und: die nicht treu sein konnten.
Keine, keine einzige hatte bisher seine Liebeskünste zu würdigen gewusst. Dabei war das einzige, was er forderte: Treue, Zuneigung, Hingabe. Aber das gaben sie ihm nicht. Deshalb verlangte er inzwischen doch etwas mehr. Etwas Unabdingbares: Gehorsam. Absolute Selbstaufgabe, unterwürfigen Gehorsam.

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Er bewohnte ein schmuckes Einfamilienhaus mit großem Garten, umgab sich mit erlesenen Antiquitäten und Kunstgegenständen. Eigentlich hätte er mit sich und seiner Welt zufrieden sein können. Aber es machte ihn nicht glücklich. Denn leider fehlte ihm die passende Lebensgefährtin. Und die Damen, die ihn fast jeden Freitag gegen Geld bedienten, waren in seinen Augen nur Mittelmaß, nur besser als gar nichts.Mona hatte Delia hereingeführt, wie verlangt mit verbundenen Augen. Lennart hatte angewiesen, auf jegliche Kleidungsstücke und Accessoires, auch auf High Heels zu verzichten. Es würde eine andere Gelegenheit geben, sie aufregend anzuziehen. Das hatte Zeit. Er wollte sie pur, denn sie war schön, und er ahnte, sie würde sich ein wenig genieren.
Während er nachdachte, musterte er die junge Frau, die auf einem dünnen Polster zu seinen Füßen kniete. Aufgrund ihrer ungewöhnlich hellen Haut wirkte sie fast wie eine der klassischen Marmorstatuen und sie hätte mühelos mit deren Anmut konkurrieren können. Die hinter dem Rücken gehaltenen Arme betonten auf verführerische Weise ihre Nacktheit. Ihre Brüste bebten leicht unter jedem Atemzug. Sie schien nervös zu sein. Eine Woge sinnlicher Gefühle erfasste ihn.

Endlich, nach einer unendlich langen Zeit, in der Delia sich nur mühsam zurückgehalten hatte, einfach irgendetwas zu sagen, vielleicht die dümmste aller Fragen zu stellen, die einem in einem solchen Moment einfallen kann: «Sind Sie da?» – endlich zerriss seine Stimme die unerträgliche Stille.
«Schön, dass du es dir überlegt hast und doch gekommen bist!»
Delia lauschte dem Nachhall der Stimme in ihrem Kopf. Er sprach nicht übermäßig laut, aber klar und deutlich. Seine Stimme hatte ein angenehmes Timbre, drang in Kopf, Bauch und Herz ein. Warm und samtig klang sie, Vertrauen erweckend, aber mit einem Anflug von Strenge, gerade so viel, dass es Delia ein erwartungsvolles Kribbeln bis in den Schoß jagte.
Sie hörte ein leises Knacksen, wie es alte Stühle von sich geben, wenn man aufsteht. Schritte, gleichmäßig, markant, der Absatz etwas hart auf dem Boden aufsetzend. Also gab es hier keinen dämpfenden Teppich. Parkett oder Steinboden? Unter ihren Zehenspitzen, die über das Polster hinaus ragten und den Boden berührten, war es angenehm warm. Vermutlich eine Fußbodenheizung. Sie war dankbar dafür, denn sie bekam ziemlich schnell kalte Füße. Wie die meisten Frauen.

Leise Musik setzte ein. Instrumental, schwingend, sphärisch. Nichts Aufregendes, sondern etwas, was die Seele beruhigte.
Er umrundete sie. Ihr verlockender, kurvenreicher Körper weckte seine Begierde. Ihre Haut war so wunderbar weiß, ohne den Mix aus Sonnenbräune und vom Bikini weiß gehaltenen Körperpartien. Und sie war rein. Fast. Ein kleiner Leberfleck auf dem rechten Schulterblatt gab der Makellosigkeit erst ihren Reiz.
Delia zuckte zusammen. Eine Fingerspitze fuhr ihr über die Stirn herab, über das Tuch, mit dem ihre Augen verbunden waren, die Nase hinunter. Seine Finger rochen dezent nach Seife oder Creme, die Fingerkuppen waren weich. Es hätte sie nicht überrascht, wenn er kurz geschnittene, perfekt manikürte Fingernägel hatte. Sein Finger folgte nun der Kontur ihrer Lippen, strich gefühlvoll mehrmals darüber, hin und her, zart, noch zarter, fast kitzelnd. Sie unterdrückte ein Stöhnen und ein leichtes Zittern überflutete ihren Körper. Es war unglaublich, dass sie seine Berührung derart sinnlich empfand. Sie hatte lange nicht dergleichen gefühlt. Aber er war doch ein Fremder für sie! Wie war es möglich, dass diese Liebkosungen in ihr ein Feuer entfachten?
«Mehr», dachte sie sehnsüchtig, «viel mehr.»
Sie gab dem leichten Druck seines Fingers nach, öffnete ein wenig ihren Mund. Sein Finger nahm Kontakt mit ihrer züngelnden rosigen Spitze auf, fuhr über ihre weißen, in der Kindheit in Reih und Glied gezwungenen Nichtraucherzähne, verteilte ein wenig ihres Speichels über ihr Kinn. Dann setzte er die Erkundung fort, über das Kinn den Hals hinunter, zog kleine Kreise in dem Grübchen am Halsende, weiter, tiefer, im Zickzack zwischen ihre Brüste.
Delia spürte ein Ziehen in ihren Brustwarzen, ein unverkennbares Zeichen dafür, dass sie sich verhärteten. Es wurde immer aufregender, es fiel ihr schwer, ruhig zu bleiben, sich nicht zu bewegen, keinen Ton von sich zu geben. Ihre Lippen zitterten ein wenig.
Was geschah mit ihr?
Seine Finger umkreisten eine Brustwarze, vorwitzig, prall und empfangsbereit stand sie in frischem Rosa hervor. Delia biss die Zähne aufeinander, wimmerte tief in ihrer Kehle vor Lust, als er ihre beiden Nippel zwischen seine Finger nahm, ein wenig kniff, daran zupfte, drehte und dann mit seinen Daumen sanft darüber fuhr, dass es ihr durch und durch ging. Ihre Schenkel und ihre Pobacken zuckten unkontrolliert.
«Mach nichts, gar nichts, rühr dich nicht vom Fleck, solange er dich nicht dazu auffordert!», erinnerte eine innere Stimme Delia daran, wie sie sich verhalten sollte, obwohl es ihr schwer, unsagbar schwer fiel, ihre Hände auf dem Rücken zu halten, statt sie nach ihm auszustrecken.
Plötzlich hörte er auf, nahm seine Hand zurück. Enttäuschung erfasste sie und sie atmete laut aus.
«Gefällt dir das?»
Delia hauchte benommen: «Ja.»
«Dann willst du also mehr davon?»
«Ich», sie schluckte, «oh – ja bitte! Wie – wie soll ich Sie anreden?»
«Sag einfach Herr zu mir. Herr ist genau richtig, denn ich werde dein Herr sein und du – wie ist dein Name?»
Er wusste seit langem, wie sie hieß. Aber es war die erste Gelegenheit, sie ein wenig zu testen, wie schnell sie lernte, ob sie bei ihrer Antwort die korrekte Anrede benutzte.
«Delia, ich heiße Delia, mein Herr.»
Lennart lächelte zufrieden.
«Gut, Delia. Es ist schön, dass du es dir noch mal überlegt hast und gekommen bist. Ich werde dich heute Nacht zu meiner Sklavin machen. Du wirst es nicht bereuen, vorausgesetzt, du wirst gehorsam sein, Sklavin Delia.»
Seine Stimme klang feierlich, aber auch eindringlich und fast ein wenig bedrohlich.
«Sklavin Delia» – was genau meinte er damit? Für einen Augenblick griff die Angst nach Delia, die natürliche ahnungsvolle Angst, die sie bisher immer davon abgehalten hatte, dem drängenden Wunsch Lennarts, des Stammkunden dieses Etablissements, nachzugeben. Aber jetzt war es wohl zu spät und sie wollte auch gar nicht mehr zurück. Seine sinnliche Berührung hatte sie bereits in ihren Bann gezogen.

Nun legte er seine Hände auf ihre Schultern, streichelte über ihre Oberarme, berührte dabei wie zufällig die Rundungen ihrer Brüste. Neckend, verführerisch nebensächlich, so zart, dass es kitzelte.
Und in diesem Augenblick vergaß Delia ihre letzten Bedenken und gab sich ihrer Lust hin. Sie unterdrückte ein Kichern. Es war berauschend. Sie wusste nicht, was er anhatte, ob er immer noch seinen eleganten Anzug trug oder nackt war. Aber sie roch sein Eau de Toilette, männlich herb, ein Hauch von Sandelholz, der Frische verströmte, und es war nah, sehr nah. Möglicherweise kniete sie also splitternackt vor ihm, während er voll bekleidet war und wie ein Macho mit ihr machen konnte, was er wollte.
Nein, nicht wie ein Macho – wie ein «Herr», der Herr über die Sklavin Delia!
Aber was wollte er, was würde er mit ihr anstellen? Man hatte ihr nur eine vage Vorstellung davon gegeben, was sie erwartete. Gewiss, sie würde sich von diesem Fremden in dieser einen Nacht zu seiner Liebesdienerin machen lassen. Zu einer Liebesdienerin, von Sklavin war keine Rede gewesen. Aber nur für ihn, für keinen anderen Mann. Es war aufregend, es war ein Abenteuer. Warum auch nicht. Der Fremde war sexy, anziehend, beeindruckend – und ganz nebenbei, auch das Geld war verlockend, das sie dafür erhalten würde.
Seine Finger streichelten immer noch zärtlich ihre Arme, aber seine Daumen reichten bis an ihre Knospen, die erwartungsvoll hervorstanden und erneut von ihm gestreichelt wurden, geneckt, zärtlich liebkost. Ein lüsternes Stöhnen kam über ihre Lippen.
«Mehr», flehte sie stumm, «mehr.»
Es war ungeheuer erregend, ein sehnsüchtiges Verlangen setzte in ihrer Vagina ein, ihre Schamlippen schwollen begierig an und ihre Klitoris pochte eifersüchtig, erwartete ebenfalls zärtlich geliebt zu werden. Sie löste ihre Finger voneinander, streckte ihre Hände nach ihm aus, um ihn zu berühren, seinen Körper zu erkunden. Doch er schlug ihr hart auf die Finger und sie zuckte erschrocken zurück. Irritiert hörte sie, wie er sich entfernte.
«Auaaa!» Delia schrie entsetzt auf, presste dann die Lippen aufeinander, wimmerte. Der Schmerz biss sich in ihre Haut, klatschte laut, brannte wie Feuer. Erst traf es ihre Arme, ihren Rücken, dann ihre Brüste. «Nein, bitte nicht!» Sie beugte sich schützend nach vorne, kreuzte ihre Arme vor den Brüsten. Da ging die Peitsche stattdessen auf ihren Po nieder, piff gespenstisch durch die Luft, biss sich brennend in ihre Haut.
Sie war vor Schreck wie gelähmt. Sekunden vergingen ehe sie aufsprang, ihm blindlings auszuweichen versuchte, was absolut sinnlos war. Kopf und Gliedmaßen schienen auf einmal unkoordinierbar und nicht mehr ihrem Willen zu gehorchen. Sie strauchelte.
«Hören Sie auf, warum tun Sie das? Nein, nicht – davon war keine Rede!»
Sie griff nach dem Tuch, das ihre Augen bedeckte, um es sich herunterzureißen, doch ihre Hände wurden plötzlich wie von Schraubstöcken festgehalten. Sie begann zu zittern, fühlte nur noch Panik, spürte jeden einzelnen seiner Finger bis auf die Knochen.
«Ruhig, scht scht, ergib dich, Sklavin», zischte er und unterband jegliche Gegenwehr.
Delia keuchte. «Aua, lassen Sie mich los, Sie tun mir weh!»
Er war offensichtlich kräftiger, als sie gedacht hatte. Und rücksichtsloser.
«Ich werde dich nicht züchtigen, wenn du dich richtig verhältst, verstanden? Aber jedes fehlerhafte Benehmen wird augenblicklich und erbarmungslos geahndet, habe ich mich klar genug ausgedrückt?»
«Ja, Herr», wimmerte Delia fassungslos. «Was habe ich denn falsch gemacht? Sagen Sie es mir – bitte! Und lassen Sie mich bitte los.» Sie wand sich verzweifelt in seinem Griff.
Er lachte leise, aber es klang wie ein bitteres Lachen, ein Lachen unsäglicher Enttäuschungen.
«Ich werde dich loslassen, aber stattdessen fesseln. Damit du nicht noch einmal Dummheiten machst.»
Geschickt zog er ihr die Hände auf den Rücken und Delia hörte ein zweimaliges Klicken, dann ließ er sie los. Jedes feinste Körperhärchen stellte sich ihr vor Entsetzen auf. Delia presste ihre Handgelenke auseinander. Vergebens. Es mussten Handschellen sein, immerhin gepolsterte Handschellen, denn das klickende Geräusch passte nur dazu, aber es fühlte sich nicht hart, sondern weich an. Erneut wimmerte sie verängstigt auf.
Nun war sie ihm endgültig ausgeliefert, absolut hilflos. Sie sah nichts und konnte nicht flüchten. Jegliche Gegenwehr war sinnlos. Warum nur hatte sie sich dazu überreden lassen? Vielleicht sollte sie betteln, damit er nicht … aber das war zu erniedrigend!


Lennart beobachtete aufmerksam Delias Mienenspiel. Er war auf ihren Ungehorsam und den anschließenden Widerstand vorbereitet gewesen. Aber er war ihr nicht böse. Er würde ihr die Zeit lassen, die sie brauchte, sich mit ihrer Aufgabe und den Regeln abzufinden. Sie kannte derartige Spiele offensichtlich nicht. Dafür bestand die Chance, sie zu einer devoten Gespielin zu erziehen, eben weil sie unverdorben und unerfahren war.
Ihre Mimik faszinierte ihn. Wenn er es richtig deutete, dann führte sie gerade einen schrecklichen Kampf mit sich selbst, einen Kampf gegen ihre Moral und gegen ihre Angst.
«Ich werde dir nichts tun. Also knie dich wieder hin und sei gehorsam!», forderte er sie auf und schob ihr mit dem Fuß ein Kissen vor die Füße, auf dem ihre Knie sanft landen würden, falls sie seinen Befehl befolgte.
Seine Tonlage irritierte Delia. Sie klang versöhnlich, sanft, beinahe – bittend. Ihre Lippen zitterten und sie fröstelte.
«Bitte knie dich hin, Delia. Ich möchte dich nicht noch einmal züchtigen!»
Delia nickte. Sie biss sich auf die Unterlippe. Dann ging sie vorsichtig hinunter in die Knie und war erleichtert, ein weiches Polster anstelle des harten Bodens zu fühlen.
«Gut, schon besser.»
Lennart konnte sehen, wie sehr sie sich bemühte, ihre Unsicherheit zu überspielen und einen beherrschten Gesichtsausdruck aufzusetzen, aber ihm entging trotzdem nicht das leichte Beben ihres Körpers.
«Ich möchte, dass du dich völlig aufgibst und dich mir überlässt. Dein Fühlen, Denken, Handeln gehört ab sofort mir! Und dein Körper gehört mir!»
Der Ausdruck «gehört mir» gellte wie das höhnische Lachen eines Teufels in Delias Ohren.
«Wenn du das schaffst, wird unsere gemeinsame Zeit für dich sehr angenehm sein. Wenn du rebellierst, werde ich dich züchtigen, und glaub’ mir, du hast keine Ahnung, was dieses Wort wirklich bedeutet!»
Delias Herz klopfte panisch. Sie atmete schwer ein und aus, und auf einmal genierte sie sich, dass sie nackt war. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so hilflos und verwirrt gefühlt. So ausgeliefert. Aber plötzlich wusste sie, was sie zuvor falsch gemacht hatte.
«Ja, Herr, ich werde mich bemühen, Ihre Wünsche zu erfüllen. Ich bitte um Entschuldigung. Ich wollte Sie anfassen. Das hätte ich nicht tun dürfen, ich hatte es nur vergessen. Es tut mir leid. Bitte verzeihen Sie mir.» Sie reckte ihm ihr Gesicht entgegen.
Verblüfft schaute Lennart auf sie herab. Ihre Verwirrung und Angst war unübersehbar, und dennoch hatte sie es geschafft, ihm nicht nur aufmerksam zuzuhören, sondern den Grund seines Handelns zu verstehen. Er war beeindruckt, auch über ihre überaus höfliche Ausdruckweise. Seine Wahl hätte nicht besser ausfallen können. Wie gut, dass er ihrer Ablehnung nicht nachgegeben und immer wieder um ihre Dienste nachgefragt hatte!
Sie hörte das zufriedene Lächeln aus seiner Stimme heraus, als er ihr antwortete. «Gut, ich nehme deine Entschuldigung an, Sklavin.»

Lennart begann mit ihrem Körper zu spielen. Er streichelte sie, mit seinen Fingern, mit zarten Küssen, mit einer Feder, mit den Lederfransen einer Peitsche. Dies waren Momente, in denen er die Welt um sich herum vergaß, es gab nur noch ihn und seine Sklavin. Delia sollte ihre Gedanken ausschalten, ihren Willen aufgeben. Es war sinnlich, was er machte. Er verlangte völlige Hingabe. Sie sollte und durfte seine Liebkosungen genießen. Sie hatte keine Ahnung von dieser Art Spiele. Hervorragend. Er würde sie nach seinen Wünschen formen. Es würde ihm Vergnügen bereiten sie zu erziehen, bis sie ihm bedingungslos gehorchte. Auch wenn sie sich noch ein wenig zierte.
Aber der Blick, mit dem sie ihn bei jeder Begegnung angeschmachtet hatte, hatte alles gesagt. Sie begehrte ihn und wollte begehrt werden, sie hatte sich nur nicht getraut. Er würde diesen Umstand zu seinem Vorteil ausnutzen. Er würde sie süchtig machen. Süchtig nach ihm.
Als er jedoch ihre Pobacken teilte, seine Finger zart über ihre Rosette fuhren, versuchte sie ihm auszuweichen. Noch nie hatte sie dort jemand berührt und es war ihr unangenehm. Es wurde ihr schmerzlich bewusst, dass er jederzeit in sie eindringen konnte. Er brauchte nicht zu fragen, war nicht an den respektvollen Umgang gebunden, den Partner miteinander pflegen sollten. Sie war gefesselt und er hatte für dieses Spiel bezahlt. Er konnte sie nehmen, wie er wollte, zärtlich oder brutal, sogar in ihren Anus eindringen. Niemand würde ihn davon abhalten. Sein Finger wurde aufdringlicher. Sie schrie entsetzt auf.
«Nein, nicht! Lassen Sie mich gehen! Ich kann das nicht! Niemand hat mir gesagt, was –»
Er unterbrach sie mit einem lauten Lachen. Das übermütige Lachen eines Mannes, der weiß, dass er im Vorteil ist und diesen schamlos nutzen wird.
«Warum sollte ich dich gehen lassen – jetzt, wo ich dich endlich besitze, Sklavin? Du vergisst dich!»
Erneut lachte er leise und durchtrieben, dann knurrte er: «Nein, ich werde dich nicht gehen lassen. Du bist ungezogen, wenn du das verlangst und hast eine Strafe verdient!»
Er drückte ihren Kopf bis auf den Boden herunter, stellte sich über sie, klemmte sie fest zwischen seinen Beinen ein und begann ihr abwechselnd mit der linken und rechten Hand auf Po und Schenkel zu klatschen. Zuerst leicht, dann schärfer und immer schneller, zweimal auf dieselbe Stelle. Dann woanders hin. Dann wieder zurück.
Delia biss die Zähne zusammen. Sie verstand zwar nicht, warum er dies tat, aber sie war sich bewusst, dass sie es ertragen musste, bis er es genug fand. Und vielleicht machte er es kurz, wenn sie es widerstandslos hinnahm.
Es war ein beißender, brennender Schmerz, der bald ihren Po und ihre Schenkel überzog. Sie wimmerte leise, und es war ein ganz eigenartiges, bislang unbekanntes Gefühl, das sie dabei erfasste. Eigentlich hätte sie sich schämen müssen, diese Situation als demütigend empfinden, ihn dafür abgrundtief hassen. Aber dieses Gefühl wollte sich partout nicht einstellen. Ihr rebellierender Verstand und ihr nach Berührungen lechzender Körper wollten sich nicht auf eine einhellige Meinung festlegen. Stattdessen fühlte sie bestürzt, wie ihre Schamlippen mehr als zuvor von feuchter Wärme heimgesucht wurden, und ein verlangendes Ziehen ihren Unterleib erfasste …


Hörprobe

Eine 30 minütige Hörprobe, gelesen von Rena Larf finden Sie in der Erotic Morning Lounge

Rezensionen

askdavid.com, Maja aus Würzburg

Sinnlich - spannend - knisternd - aber nichts für schwache Nerven! Eine durch und durch spannende Story um die eher schüchterne Delia, die sich aus Geldmangel und Langeweile auf das Abenteuer ihres Lebens einlässt. Zunächst soll sie nur ein bisschen als lebende Puppe auf einem Podest im Bordell herumstehen, doch dann gibt es einen Kunden, der nicht locker lässt und immer wieder nachfrägt: er will sie besitzen und sich unterwerfen. Delia hat keine Ahnung, auf was sie sich da einlässt. – Der Autorin ist bei der Gradwanderung zwischen Liebe, Erotik und Soft-SM eine atemberaubende Story mit einem gelungenen Schluss geglückt. Alle Achtung für die psychologischen Einblicke. Mehr davon!

PO-Magazin, Januar 2010

«Sira Rabe ist der neue Star in der Fetisch-Szene. Sie transportiert mit viel Authentizität die Neigungen ihrer Romanfiguren und lässt ihre Leser Seite für Seite zu einem Teil ihrer phantastischen Welt werden.»

www.kwick.de, Okt. 2009

Für Neugierige und Freunde des BDSM - Für Moralapostel, Spießer oder Blümchensex-Betreiber ist dieses Buch definitiv nicht geeignet. Jeder der jedoch offen für Neues und Anderes ist, sei mit diesem Roman gut beraten.

Die Spielregeln sind nicht jedermanns Fall, aber eine anregende Wirkung des Buches an sich ist gegeben. Dank des flüssigen Schreibstils hat auch der unbedarfte Leser die Möglichkeit sich in diese andere Welt ziehen zu lassen. Es gewährt Einblick in andere Spielarten und Praktiken.

ladys-lit.de - Febr. 2009

«Der knappe Titel dieses Erotik-Romans ist Programm. Er trifft nicht nur den Kern der Geschichte, sondern beschreibt auch deren Wirkung auf den Leser. Ich will ganz ehrlich sein – dieses Buch hat mir eine sehr kurze Nachtruhe beschert. Obwohl ich es nur anlesen wollte, konnte ich es nicht mehr weglegen, bis die letzten Worte gelesen waren.»

Schlagzeilen-Magazin, Sept. 2008

Für den Liebhaber der Konstellation dominanter Mann/devote Frau ist «Gefangen» von Sira Rabe ein echter Leckerbissen, und wer es dazu noch uneinvernehmlich mag, kommt 100%ig auf seine Kosten.
Delia ist eine ganz normale, etwas spießige, junge Frau, sie arbeitet in einer Sparkasse und bevorzugt Blümchensex; ihr Leben ist langweilig und ereignislos. Vielleicht gerade darum lässt sie sich auf das Angebot ein, als Blickfang und Pausenfüller in einem Edelbordell zu arbeiten, allerdings ohne sexuelle Kontakte.
Bald fällt sie Lennart auf, einem dominanten Mann, der hin und wieder in dem Bordell verkehrt. Die Anziehungskraft ist gegenseitig, und trotz ihrer moralischen Bedenken lässt Delia sich darauf ein, Lennart auch als Prostituierte und Sklavin zur Verfügung zu stehen.
Die Sessions, die der erfahrene Lennart mit der absolut unerfahrenen Delia erlebt, sind absolut prickelnd beschrieben, niemals ordinär, aber voll sinnlicher Erotik. Irgendwann genügen Lennart die wenigen bezahlten Stunden nicht mehr, er entwickelt einen Plan, seine Sklavin auch jenseits des Bordells zu besitzen ... und sein teuflischer Plan geht auf: Delia verschwindet spurlos. In ihrem Gefängnis erlebt sie gnadenlose Unterwerfung jenseits von dem, was ihr gefällt.
Gut zu lesen, schlüssige Handlung mit Anregungen zum Nachdenken.

Dark Spy (Ausgabe 5/2008), Yvonne Bodenstieg

In dem Roman «Gefangen» entdeckt die Protagonistin Delia eine ihr bis dahin unbekannte, aber durchaus verführerisch anmutende Welt. In ihrer Ausgangssituation jung, attraktiv, ungebunden und in Geldnöten, steht sie einem Job in einem Edelbordell zunächst aufgeschlossen gegenüber. Doch bald taucht sie ein in diese andere Welt und schließlich wagt sie den Schritt ins Unbekannte. Sie begibt sich in die Obhut ihres neuen Herrn und anfänglich scheint sie sich ihrer Erfüllung nahe zu sein. Doch nach und nach läuft sie Gefahr sich in eine Abhängigkeit zu begeben, der sie nicht gewachsen scheint und die ihr zum Verhängnis zu werden droht...
Die Suche nach dem Unbekannten beschwört eine bedrohliche Gefahr herauf!

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© Sira Rabe