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hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Dornröschen

Eine bisher unveröffentlichte Novelle von Sira Rabe

Dornröschen

Märchen sind zeitlos. Man bekommt sie erzählt, wenn man klein ist und noch nicht lesen kann. Später verdrängt man sie meistens aus seinem Gedächtnis, weil man sich für Märchen zu erwachsen fühlt. Und dann findet man eines Tages zu ihnen zurück, wenn man begreift, dass sie sich immer wieder aufs Neue ereignen und etwas ganz Wundervolles sind …

Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit ein reicher Industrieller und seine Gattin, die beklagten jeden Tag aufs Neue, dass sie keine Nachkommen hätten. Dabei gaben sie sich alle nur erdenkliche Mühe, ein Kind zu zeugen. Oft hatten sie schon morgens vor dem Aufstehen Sex miteinander und am Abend noch einmal. Die Gattin nämlich konnte gar nicht genug davon bekommen und wenn ihr Mann des Abends vom Nachdenken, Delegieren und Beaufsichtigen seiner Angestellten müde war und keine Lust hatte, dann triezte und piesackte sie ihn solange, bis er sich genötigt sah, ihr erotisch den Hintern zu versohlen und das half immer. Denn wenn seine Gemahlin über seinen Schenkeln lag und ein ums andere Mal vor Wonne seufzte und stöhnte, strampelte und spielerisch versuchte seiner züchtigenden Hand zu entkommen, so dass er sie festhalten oder fesseln musste, dann wurde ihm ganz warm im Schoß und sein Spross ganz hart und groß, so dass er es ihr bald darauf ordentlich besorgte.
Aber leider half alles nichts. Vergeblich warteten die beiden Jahr um Jahr auf ein Kind, das ihr Glück vollkommen gemacht hätte.

Eine der Vorlieben von Eleonore, der Gattin, war, in einem Seerosenteich im Garten zu baden. Wenn es heiß war und die Sonne zwischen dem frischen Grün der schattenspendenden Platanen hindurch linste, gab es für Eleonore nichts Schöneres. Ganz alleine und völlig nackt stieg sie in den Teich hinein, blinzelte verträumt in das Sonnenlicht und genoss die Natur rundum. Denn ihr Mann war ein erfolgreicher Produzent biologischer Düngemittel und testete seine Produkte auch in seiner eigenen Garten- und Parkanlage. So kam es, dass ihre Villa vor den Toren Mailands immer mehr in einem von duftenden Blumen und üppig grünenden Bäumen beherrschten Biotop versank.
Da trug sich eines Tages zu, als Eleonore wieder einmal alleine auf einer der Stufen saß, die in den Teich führten, und laut seufzend dem Himmel ihr Leid klagte, dass ein Frosch aus dem Wasser ans Land hüpfte und munter vor sich hin quakte. Eleonore streckte ihre Hand nach ihm aus und streichelte behutsam seine feuchte glatte Haut, denn ihr graute vor nichts. Sie fand alle Lebewesen schön. Es kam ihr vor, als spräche der Frosch mit ihr und mache ihr Mut.
»Dein Wunsch wird erfüllt werden. Ehe ein Jahr vergeht, wirst du ein Töchterlein zur Welt bringen.«
Sie sah ihm verträumt nach, als er kurz darauf weiter hüpfte, auf eines der breiten Seerosenblätter und war auf einmal voller Zuversicht.

Was der Frosch vorausgesagt hatte, das geschah tatsächlich. Eleonore gebar ein Mädchen, das war so schön, dass sie es Röschen nannten. Ihr Mann Gregory war vor Freude ganz außer sich und veranstaltete ein großes Fest. Von nah und fern kamen Verwandte, Bekannte und Freunde. Denn die Familie war groß und international, und diejenigen, die nicht zu ihrer Hochzeit angereist waren, würden hoffentlich diesmal kommen. Endlich gab es einen gebührenden Anlass, allen seinen schönen Besitz, die Villa und die Rosen zu zeigen und seine kleine Familie zu präsentieren.
Gregory war in London geboren und hatte später die Welt bereist, war in New York, Paris, München, Wien und Barcelona gewesen, ehe es ihn nach Mailand verschlagen hatte und er sich unsterblich in die schöne Eleonora verliebte, die Tochter einer verarmten Mailänder Adelsfamilie. Jetzt aber erst war sein Glück vollkommen.
Zu der weitläufigen Verwandtschaft zählten auch Eleonoras italienische Tanten, die dem Brauch zufolge an einer eigenen Tafel sitzen und von zwölf Tellern mit goldenem Rand essen sollten. Dem einzigen wirklich wertvollen Erbstück aus der Familie ihrer Mutter, das sie als Mitgift in die Ehe gebracht hatte. In der Familie herrschte der Aberglaube vor, dass die guten Wünsche derjenigen, die von diesen Tellern speisten, alle in Erfüllung gehen würden.
Leider hatte Eleonora aber dreizehn Tanten und so beschlossen sie und Gregory, die jüngste der Tanten nicht einzuladen, da sie einen gar liederlichen und unkeuschen Lebenswandel hatte. Sie fürchteten sich davor, dass dies auf ihr unschuldiges Töchterlein überspringen könne.

Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert und als es sich zu Ende neigte, trugen die Tanten der Tradition entsprechend ihre guten Wünsche vor: die eine versprach Tugend, die andere Schönheit, die dritte Reichtum, die vierte Klugheit, die fünfte Sprachtalent, und so ging es weiter mit allem, was man einem Kind für die Zukunft auf der Welt wünschen kann.
Als die elfte Tante eben ihren Spruch getan hatte, stürmte plötzlich die dreizehnte herein, die junge Morgana. Alle Männer starrten sie mit aufgerissenen Mündern an, denn sie war überaus attraktiv, in eine enge schwarze Korsage gekleidet, schulterfrei und mit tiefem Dekollete, dazu ein nur knielanger und ziemlich transparenter Rock aus duftigem Tüll und knallrote Schnürstiefel. Ihre langen schwarzen Locken hatte sie hochgesteckt, ein paar davon fielen ihr ins Gesicht und auf die Schultern, was ihr ein wildes Aussehen gab. Die Frauen hakten sich sofort empört bei ihren Ehegatten ein, als hätten sie Angst, diese könnten ihnen abspenstig werden und es war nicht zu übersehen, wie einigen vor steigender Erregung der Schweißperlen auf der Stirn standen.
Mit in die Hüfte gestemmten Fäusten drehte sich Morgana in der Runde. Sie musterte einen jeden und blinzelte kokett. Diejenigen, denen sie zu nahe kam, wichen zurück. Die Frauen mit gesenktem Blick, als fürchteten sie, von Morgana verhext zu werden. Die Männer mit eher gespieltem Entsetzen, denn fast jeder hätte sich gerne von diesem rassigen Weib mit dem selbstbewussten Blick bezirzen lassen. Eine Nacht mit ihr, dafür hätte mancher alles gegeben.
Morgana grinste frech in die Runde. »Wie ich sehe, habt ihr schon alle frommen Wünsche losgelassen, ihr verlogenes heuchlerisches Gesindel.« Sie lachte laut und warf dabei den Kopf in den Nacken. »Das einzige, was ihr der Kleinen noch nicht gewünscht habt, ist der Spaß am Leben und an der Lust.«
Sie legte ihre Hände um ihre Brüste, streichelte sich selbst über ihre Rundungen und leckte sich lüstern über die Lippen. Dabei drückte sie den Rand der viel zu knapp geschnittenen Korsage leicht herab und ihre dunklen vollen Knospen kamen zum Vorschein. »Seht her. Dies ist die Quelle der Muttermilch, mit der alles beginnt. Und dies ist auch die Quelle der Lust, mit der wir die Männer verführen. Ich wünsche der kleinen Rose nur eines: einen üppigen Busen und viel Freude an der Lust. Ihre Weiblichkeit wird mit fünfzehn erwachen und ab da soll sie die Männer verführen, jeden Tag einen anderen.«
Sie lachte schrill, trampelte mit den Füßen auf den Boden, dann stürmte sie wie eine Furie hinaus. »Eine Hure soll sie werden! Von ihrer Begierde und der Leidenschaft nach einem Schwanz beherrscht!«
Eleonora brach vor Schreck ohnmächtig in Gregorys Armen zusammen und kam nur langsam wieder zu sich, nachdem eine der Tanten ihr ein Fläschchen mit Riechsalz unter die Nase gehalten hatte.
»Tu doch was!«, zischte Gregory der zwölften Tante entgegen, die ebenso bleich wie alle anderen auf die Tür starrte, durch die Morgana verschwunden war. »Du musst die Situation retten! Dein Wunsch ist noch nicht ausgesprochen. Unsere Tochter soll ein sittsames Mädchen werden!«
Zaghaft klatschte die zwölfte Tante in die Hände, um die Aufmerksamkeit aller auf sich zu lenken. »Das hat Morgana gewiss nicht so gemeint«, versicherte sie mit zittrigem Lächeln, »Aber um ganz sicher zu gehen, dass unser Röschen kein böser Fluch heimsucht, werde ich Morganas Wunsch entkräften. Ich wünsche unserem Röschen einen liebevollen und treuen Ehemann und falls sie doch auf die Idee kommen sollte, Sex vor der Ehe haben zu wollen, soll sie vorher lieber in einen Hundertjährigen Schlaf fallen!«
Alle lachten über diesen Wunsch, als sei er ein guter Scherz, und die Gemüter entspannten sich, nur Gregory nahm die Tante wütend beiseite. »Was war das denn für ein Blödsinn?«
Sie zuckte ein wenig beleidigt über seine Undankbarkeit mit den Schultern. »Mir ist halt im Augenblick nichts Besseres eingefallen …«


In Röschens ersten Lebensjahren machte sich bald niemand mehr Gedanken über Morganas bösartigen Spruch. Röschen wuchs zu einem gesunden und allseits beliebten Mädchen heran, schön, freundlich und intelligent. Allerdings war sie nicht ganz so ruhig und brav, auch nicht so fleißig und verständig wie es die Eltern gerne gehabt hätten. Eher raffiniert, verspielt und aufreizend. Aber ihre Eltern waren so glücklich, dass sie nach all den Jahren doch noch ein Kind ihr eigen nennen durften, dass sie Röschen viel zu viel durchgehen ließen und sie über alle Maßen verzogen. Dennoch war Röschen überall beliebt, denn sie verstand es, sich einzuschmeicheln und je älter und hübscher sie wurde, desto leichter fiel es ihr, einen jeden um den Finger zu wickeln.
Allmählich wurde Gregory aber doch Angst und Bange. Je näher Röschens fünfzehnter Geburtstag rückte und je fraulicher ihre Formen wurden, desto öfter erinnerte er sich an Morganas bösen Wunsch. Es war nicht zu übersehen, wie kokett und sinnlich sich Röschen zu bewegen verstand. Die Dienerschaft sah ihr hinterher, wenn sie vorbei schwebte und er hörte, wie über sie getuschelt wurde. Da wachte Gregory von da streng darüber, dass sie hoch geschlossene Blusen und lange Röcke trug, und auch sonst einen züchtigen Eindruck machte.
Eines Tages kam er zufällig hinzu, wie sein Töchterlein zwischen den Beinen des Hauslehrers kniete und beide erschrocken auseinander stoben, als die Tür aufging.
»Was ist hier los?«, donnerte Gregory und bemerkte gerade noch, wie der Hauslehrer seine Hose schloss.
»Es – es ist nicht so, wie Ihr meint, Signore. Es ist gar nichts passiert«, stotterte der Hauslehrer verlegen.
»Hinaus – und lasst Euch nie wieder hier blicken!«
Dem Rauswurf des Hauslehrers folgte eine Szene, die weder Röschen noch ihr Vater in den folgenden Tagen vergessen konnten. Gregory ließ sich auf den Stuhl fallen, das Gesicht knallrot vor Zorn, packte mit fester Hand sein Töchterlein über seine Knie und zog den langen Rock bis über den Po nach oben. Doch was sahen seine wütend blitzenden Augen? Anstelle der üblichen weiten, schneeweiß gebleichten Unterhosen strahlten ihm zwei nackte, makellose und wohl gerundete Pobacken entgegen. Unbedeckt wie beim einfachen Gesinde.
»Du – du schamlose Göre!«, empörte er sich lautstark und sein Zorn brodelte durch die Adern.
Eine Salve fester Hiebe ging auf Röschens jungfräulichen Hintern hernieder und färbten ihn binnen kurzem in ein flammendes Rot. Doch statt zu Jammern, er möge sie verschonen und Gnade walten lassen, wand sich sein Töchterlein voller Entzücken seufzend und stöhnend auf seinen Schenkeln, so dass er sich nur mit Mühe beherrschte, sie nicht auf der Stelle selbst zu vernaschen. Da ihr wollüstiges Geseufze gar kein Ende nehmen wollte, sondern mit zunehmender Röte lauter und fordernder wurde, stieß er sie schließlich gröber, als er wollte, von seinen Beinen und eilte hinfort, um ohne Umschweife seine Gemahlin ins Schlafzimmer zu zerren und voller Inbrunst zu züchtigen und zu vögeln, so dass sie gar nicht wusste, wie ihr geschah.
Röschen aber rieb sich eine Weile vor Entzücken die brennende Haut ihres Hintern und überlegte, wie sie es anstellen müsste, möglichst bald wieder in den Genuss dieser köstlichen Erfahrung zu kommen, die ihr so wundervolle Schauer in den Unterleib gejagt hatte. Ihre Brüste schmerzten bei dem Gedanken, wie schön es sein musste, dort von zwei Besitz ergreifenden Männerhänden gepackt und liebkost zu werden. Nichts wünschte sie sich sehnlicher, als überall geküsst und liebkost zu werden, und endlich das Finale der körperlichen Liebe selbst kennen zu lernen. Wobei sie dabei weniger an ihren Vater dachte als an den hübschen Hauslehrer, den sie nun wohl nie mehr wieder sehen würde. Aber es gab ja noch andere Männer im Haus, junge, recht ansehnliche Dienstboten und Gärtner. Da sie in den Hauslehrer nicht verliebt gewesen war, war sie bald wieder frohgemut und zuversichtlich, dass sich eine Gelegenheit bieten würde.

Immer häufiger kam es vor, dass Röschen unauffindbar war, sich alleine im Park oder in den dicht bepflanzten Gewächshäusern herumtrieb, in denen Gregory erfolgreich neue Rosen züchtete und seinen Dünger testete, den er in alle Welt exportierte. Manchmal verrieten die Kratzer und Schrammen an ihren Händen oder Armen, wo sie gewesen war und ihre Mutter jammerte, Gregory solle Rosen ohne Dornen züchten, denn diese seien noch spitzer und schärfer als jede Spindel. Fast jeden Abend hielt er seiner Tochter eine Standpauke, aber er rührte sie nicht mehr an, vor lauter Angst, er könne den jungfräulichen Reizen seiner Tochter und ihren unerwartet lüsternen Reaktionen auf seine Züchtigung nicht noch einmal widerstehen. Es würde ihm nicht anderes übrig bleiben, als sie baldigst zu vermählen, ehe sie ihm Schande bereitete.
Zu Röschens Kummer hat sich noch keine neue Chance auf ein erotisches Erlebnis ergeben, so musste sie sich mit Zuschauen begnügen, was ihr aber zumindest auch viel Freude bereitete. Sie wusste längst, wann welche Dienstboten ein paar Stunden frei hatten und wo sie sich trafen, denn in den hintersten Winkel des großen Gewächshauses, mit seinem halbkreisförmig gewölbtem Eisen-Glasdach, kam tagsüber niemand. Nur morgens und abends wurde gegossen, gedüngt und verwelkte Blätter gezupft. Außerdem war es verboten, diesen Teil zu betreten, da Gregory befürchtete, jemand könnte ihm seinen innovativen Dünger oder seinen schöne Rosen stehlen. Doch die wirkliche Gefahr lauerte woanders.

Röschen war früh wach, als die Villa noch in tiefem Schlaf lag. Die ersten Sonnenstrahlen waren durch ihr Fenster direkt auf ihr Bett gefallen und hatten sie an der Nase gekitzelt. Sie zog sich schnell an und eilte leise hinaus in das Gewächshaus. Sie duckte sich hinter ein paar besonders üppig rankende Stöcke, die gerade noch ein Guckloch auf die einzige Bank freigaben, die in dem gekiesten Rondell am Ende des Ganges stand.
Sie musste nicht lange warten. Eines der Küchenmädchen und einer der Diener ihres Vaters waren schon seit längerem ein Liebespaar und trafen sich hier, wann immer es ihnen möglich war, sich unbeobachtet davon zu stehlen. Röschen stellte sich vor, die großen Hände des jungen Burschen berührten sie, nicht die Magd und sie probierte an sich selbst das aus, was er mit ihr machte, soweit dies möglich war. Natürlich neidete sie den beiden ihre Küsse, aber als der Diener die Bluse der Magd öffnete, ihre Brüste in die Hände nahm, ihre Nippel streichelte und diese zu seufzen begann, öffnete auch Röschen ihre Bluse und fing an sich selbst zu streicheln. Oh wie köstlich sich dies anfühlte und im selben Moment fiel ihr ein, dass ja heute ihr fünfzehnter Geburtstag war.
Nun raffte die Magd ihre Röcke und der Bursche zog sich seine Hose herunter, setzte sich auf die Bank und die Magd setzte sich auf ihn, ihre Schenkel weit gespreizt. Mit angehaltenem Atem sah Röschen den beiden zu. Sie ahnte, was dort vor sich ging. Sie nahm ebenfalls ihren Rock nach oben und begann sich mit einer Hand sanft und sinnlich an ihrer Perle zu reiben. Es war zu schön, um still zu sein. Zunächst unterdrückte sie noch mit Mühe ein lautes Stöhnen, biss sich auf die Unterlippe und wimmerte nur leise. Aber je mehr sie ihre Perle streichelte und mit der anderen Hand ihre Brüste, und je heftiger sich die beiden auf der Bank vor ihren Augen liebten, desto heißer wurde ihr. Sie hatte diese und andere Stellungen des öfteren beim Gesinde beobachtet und brannte immer sehnsüchtiger darauf, es selbst zu erleben. Ihre nasse Lustpforte sehnte sich danach, erobert und ausgefüllt zu werden. Sie fühlte seufzend, wie ihr der warme klebrige Mädchensaft die Schenkel hinab rann, einzelne kitzelnde Tropfen, und wie ihr Schoß in kleinen Wellen einer erlösenden Eruption entgegen strebte. Doch sie wollte mehr.
Der leise Aufschrei der beiden Liebenden, die miteinander ihren Orgasmus fanden, nahm Röschen die letzte Scham. Laut stöhnend kroch sie aus ihrem Versteck hervor, ignorierte den Schmerz der stechenden Dornen, in denen sie mit dem Arm hängen blieb. Ein Tropfen warmen Blutes rann ihr den Arm hinunter. Inbrünstig flehte sie, auf den Knien vor den beiden liegend: »Nimm mich, mach’s mir auch!«
Laut kreischend sprang die Magd von ihrem Liebsten auf, beide starrten das Töchterlein ihres Herrn voller Entsetzen an, dann packten sie sich an den Händen und rannten wie von der Tarantel gestochen davon. Doch mitten im Laufen erschlafften ihre Bewegungen, verlangsamten sich und kamen schließlich ganz zum Stillstand, wie auch Röschens, die verzweifelt versuchte, sich bis zu der Bank zu schleppen. Dann fielen allen die Augen zu und sie erstarrten in einem tiefen, todesähnlichen Schlaf.

* * *

Alessandro brannte nicht gerade darauf, seinen Onkel Tadeo in Mailand zu besuchen. Sein Studium in Paris hatte er erst vor einem Monat abgeschlossen und er bedauerte es zutiefst, sein sorgenloses Studentendasein, gewürzt von allerhand Liebschaften und ausschweifenden Partys, nun endgültig aufgeben zu müssen. Aber der Preis dieses freizügigen Lebens war ein mittelmäßiges Diplom gewesen, mit dem er in Paris ganz bestimmt keinen standesgemäßen Job finden würde und sein Vater hatte ihm den Geldhahn zugedreht. Rom oder Mailand. Etwas anderes hatte nicht zur Debatte gestanden. Aber in Rom würde er unter der Fuchtel von Tante Clarissa arbeiten müssen, dann doch lieber Onkel Tadeo.
Während der Zug in den Bahnhof einfuhr, nahm er innerlich Abschied von seinem bisherigen Leben und schwor sich, das Beste daraus zu machen, bevor sein Vater auf die Idee käme, ihn zu enterben. Schöne Mädchen würde es bestimmt auch in Mailand geben und sogar unter den vielen Cousinen der weitschweifigen Verwandtschaft, die ihre Wurzeln in ganz Europa zu haben schien, würden sich in Mailand hoffentlich ein paar hübsche Blümchen finden, die zu pflücken sich lohnte. Zumindest hatte er davon gehört. Seine miese Laune besserte sich bei diesem Gedanken und er schritt lächelnd auf seinen Onkel zu, der es sich nicht hatte nehmen lassen, seinen Neffen persönlich abzuholen.
Die nächsten Tage waren von intensiver Arbeit geprägt, dauerten bis in die späten Abendstunden und waren so hart, dass Alessandro die Lust auf nächtliche Erkundungstouren verging. Onkel Tadeo hatte für ihn eine leitende Position in seinem Zeitungsverlag vorgesehen, wenn er sich bewähren würde. Alessandro wurde durch alle Abteilungen geschickt, musste überall mitarbeiten, sich in alles hineindenken, jeden Mitarbeiter kennen lernen. Zu seinem Leidwesen waren darunter nur wenige junge Frauen. Außerdem – mit diesen unter den wachsamen Augen von Onkel Tadeo eine Liebschaft anzufangen wäre sogar ihm, dem dreisten Draufgänger, zu riskant erschienen.
Seine Hoffnungen auf das nahende Wochenende wurden ebenfalls bald zerstört, denn Onkel Tadeo hatte herausgefunden, dass Alessandro zu reiten verstand und verpflichtete ihn ohne Rücksicht auf dessen eigene Wünsche dazu, am Sonntag Morgen mit ihm auszureiten und anschließend bei ihm und seiner Gemahlin zu Mittag zu essen. Leider hatte die beiden keine schönen jungen Töchter vorzuweisen, was es für Alessandro attraktiver gemacht hätte, sich des Onkels Wünschen zu fügen. Nur zwei zehn- und zwölfjährige Knaben teilten ihre Gesellschaft und langweilten ihn entsetzlich. Sie waren ganz anders als er. Brav und unschuldig. Noch.
Immerhin war der Onkel auf dem Ausritt sehr gesprächig. Er besaß drei eigene prächtige Rappen, zwei Stuten und einen Hengst, den er selber ritt. Das Gestüt, bei dem die Pferde unterstanden, befand sich am Rande einer ausgedehnten Park- und Waldlandschaft und bald fand Alessandro an dem Ausritt Gefallen. Der Onkel plauderte über dies und das, während sie gemächlich einem der ausgetretenen Pfade folgten.
Dann verlangsamte er das Tempo noch mehr, schloss die Augen und atmete tief ein. Alessandro sog ebenfalls tief die Luft ein und hielt sein Pferd an. Der Onkel schaute ihn an und lächelte wissend. »Betörend, nicht wahr?«
Alessandro nickte. »Rosen, wundervoll duftende Rosen. Wo sind sie?« Er liebte Rosen. Sie eigneten sich vorzüglich, um unentschlossene Frauen zu einem Abenteuer zu verführen.
»Komm, ich zeig sie dir.«
Der Onkel ritt voran, verließ bald darauf den Weg und wich auf einen kaum erkennbaren schmaleren Pfad aus. Der Duft wurde immer intensiver. Dann erblickte Alessandro die Rosen, die wild übereinander rankten und vor ihnen eine bunte Mauer aus Aberhunderten der schönsten Blüten bildeten, die von Myriaden sonor brummender Hummeln und Bienen und einigen torkelnden Faltern besucht wurden.
Auf Alessandros fragenden Blick erklärte der Onkel, dass diese wilden Rosen ein verwunschenes Schloss behüteten, das sich einst in Familienbesitz befunden haben solle. Eine unartige, aber besonders schöne Jungfrau habe durch ihre Ungezogenheit den Zauber ausgelöst, weshalb sie schon seit hundert Jahren in einen tiefen Schlaf gefallen wäre. Aber das sei natürlich nur eine Sage. Er lachte verschmitzt. In Wirklichkeit sei es einfach so, dass es dieses Schloss wohl niemals gegeben habe und bisher niemand gewagt habe, die Rosen zu stutzen oder zu überwinden. Wozu auch. Sie waren schon immer da, störten niemanden, sondern erfüllten die Luft weithin mit ihrem wunderbaren, einzigartigen Duft. Sie waren ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Parks.
Die Wochen vergingen und Alessandro war noch kein einziges Mal in Mailand ausgegangen. Er konnte ja auch nicht ahnen, dass sein Vater den Bruder gebeten hatte, Alessandro im Übermaß mit Arbeit einzudecken, damit er nicht auf dumme Gedanken käme. Denn er beabsichtigte, nach einer standesgemäßen Frau für Alessandro Ausschau zu halten und ihn möglichst bald zu verheiraten. Es würde gewiss nicht einfach werden, aber ihm würde schon etwas einfallen, damit ein Mädchen aus guter Gesellschaft seinen Sohn glauben lassen würde, er hätte sie verführt und nicht umgekehrt.


An einem Sonntagmorgen ging es Tadeo nicht gut und er bat Alessandro, alleine auszureiten, damit wenigstens eines der Pferde Bewegung hätte. Ein wenig lustlos stimmte Alessandro zu. Gelangweilt schaute er in die Parklandschaft, die er mittlerweile recht gut kannte und dann gab er der Stute die Sporen, damit sie ihre Strecke im Galopp möglichst schnell hinter sich brächten. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass auf einmal wenige Meter vor ihnen ein entlaufener Hund durch das Unterholz brach, stehen blieb und wütend das Pferd anknurrte, so dass es scheute und mit den Vorderhufen in die Luft stieg, wodurch Alessandro den Halt verlor und herunter stürzte. Ehe er sich mühsam erhoben, seine verschmutzte Hose abgeklopft und seinen schmerzenden Arm abgetastet hatte, war die Stute auf und davon, ebenso der Hund, der an allem Schuld gewesen war. Alessandro versuchte dem Pferd zu folgen, in der Hoffnung, es würde irgendwann seine Angst und seinen Übermut ausgelebt haben und stehen bleiben. Doch bald verlor er die Spur und sah sich ratlos nach allen Seiten um. Er musste sich eingestehen, dass er keine Ahnung hatte, wo er war. Nirgends war ein Weg zu erkennen und außer dem Gezwitscher einiger Vögel hoch oben in den Ästen waren keine Geräusche zu hören. Missmutig stapfte er weiter und versuchte der Sonne entgegen zu gehen, die da und dort durch die dicht begrünten Baumwipfel blitzte.
Auf einmal schien es ihm, als wäre da und dort etwas Goldenes zwischen den Büschen und Bäumen zu sehen. Das konnten keine Blumen sein. Er ging darauf zu. Tatsächlich. Dicht bewachsen, von Schlingpflanzen und den bekannten wilden Rosen überwuchert traf er auf eine Mauer, gerade mal einen Kopf höher als er selbst, im dichten Bewuchs jedoch kaum zu erkennen. Doch dort heraus war der goldene Schein gekommen. Alessandro versuchte ein Stück Mauer freizulegen, was nicht einfach war und erkannte dann, dass in den weißen glatt behauenen Granit Mosaikscherben von einstmals farbenfroher Schönheit eingelassen waren, darunter einige aus purem Gold, die unter den spärlichen Sonnenstrahlen schimmerten.
Was mochte sich hinter dieser Mauer befinden? Er versuchte ihr zu folgen, aber der Bewuchs war zu dicht. Es schien ein Ding der Unmöglichkeit sein. Aufregung erfasste ihn. Sollte die sagenhafte Geschichte, von der sein Onkel ihm erzählt hatte, vielleicht doch einen wahren Kern beinhalten?
Selbst durch seine Lederhandschuhe hindurch stachen die spitzen Dornen der Rosen. Ihr Duft allerdings war betörend, von einer einzigartigen Süße, die ihn fast schwindlig machte. Zu allem entschlossen und von dem Fieber nach einem jugendlichen, völlig unvernünftigen Abenteuer gepackt, griff er mutig in die Ranken, dankte im Stillen seinem Onkel, der ihm das Paar feste Lederhandschuhe geschenkt hatte, und suchte sich eine Stelle, an der sein Fuß Halt fand. Dann zog er sich Stück um Stück hinauf, bis auf den obersten Punkt der Mauer. Die Dornen hakten sich an seiner Hose ein, rissen ein Loch in den Ärmel seiner Jacke, kratzten an seinen Reitstiefeln. Doch gerade die Aussichtslosigkeit seines Vorhabens spornte ihn an, es zu versuchen. Er fühlte sich mit einem Male wieder wie ein kleiner Junge, der am liebsten etwas Verbotenes macht.
Von der Mauer aus suchten seine Augen den Urwald auf der anderen Seite nach einem geeigneten Abstieg und einem Weg ab, aber es war nichts zu erkennen. Er entschied sich nach kurzer Überlegung, eine Weile auf der Mauer weiter zu gehen, obwohl es nicht einfach war. Schließlich entdeckte er von oben eine gewisse Regelmäßigkeit in der Struktur der Pflanzen und beschloss sich dies näher anzusehen.
Der Abstieg auf der anderen Seite gestaltete sich nicht weniger schwierig als der Aufstieg, aber er schaffte es. Zwar war er völlig zerstochen, Jacke und Hose von den Dornen ruiniert, auf seiner Wange ein paar Schrammen, aber unter dem dichten Gestrüpp befand sich tatsächlich ein Weg, von verwelkten Rosenblüten und Laub bedeckt.
Ein wenig geduckt, um nicht mit den Haaren oder Schultern irgendwo hängen zu bleiben, ging Alessandro voran. Ein verschlossenes Tor – ihm blieb fast das Herz stehen vor Schreck. Hier war der Weg zuende – aber, es war keine Sackgasse, wie er zunächst befürchtete. Vor ihm lag ein schmiedeeisernes Tor, das ebenfalls von den Rosen durchrankt war. Er riss und rüttelte an dem Tor, aber vergebens. Ohne ein Messer oder eine Zange würde er dort nicht hindurch kommen.
Der Duft benebelte seine Sinne, es war unmöglich einen klaren Gedanken zu fassen. Berauscht tauchte er seine Nase in eine besonders große Blüte, gefärbt in Pfirsich und Lachs, hielt sie dabei vorsichtig, fast zärtlich mit der Hand, wozu er seinen Handschuh ausgezogen hatte. Er streichelte über den Blütenkelch, dessen Blätter wie Samt schimmerten und sich auch genauso weich anfühlten. Und dann geschah das Wunder. Die Ranken zogen sich auf einmal zurück, langsam und geschmeidig wie eine Schlange, gaben die Umklammerung des Tores frei und dieses sprang von alleine auf. Alessandro traute seinen Sinnen nun gar nicht mehr. Was ging hier vor sich? Er taumelte benommen durch das Tor, das sich hinter ihm langsam schloss und sofort wieder von den Rosen durchschlungen wurde.
Nachdem er noch ein paar Meter gebückt weiter gegangen war, wurde auf einmal der Blick auf eine von allen Seiten eingeschlossene, selbst aber kaum überrankte und daher fast unversehrte Fassade freigegeben. Eine Mischung aus stattlicher Villa und klerikalem Kirchenbau zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Die Szene barg eine morbide Schönheit und für einen Augenblick stand Alessandro einfach nur da, und ließ die Eindrücke auf sich einwirken. Alle Fenster der Villa waren mit Bleiglaseinfassungen aus floralen Formen untergegliedert, der Fensterrahmen in einem elliptischen Halbbogen nach oben gerundet. Der Eingang bestand aus einem baldachinartigen Vorbau, in den Ecken ein paar Spinnweben, der Eingang erreichbar über drei rundum laufende Stufen, die mit Mosaik aus buntem Glas und Gold eingefasst waren. Die Fassade dieses ungewöhnlichen Baus, der keine Kanten aufwies, sondern nur runde, geschwungene Formen, war in hellem Blau gestrichen, dass nichts von seiner Schönheit verloren hatte. Alle Stuckapplikationen, die wie Zuckerbäckerverzierungen anstelle von Säulen zwischen den Fensterreihen nach oben strebten, zeugten mit ihrem verstaubtem Weiß davon, dass hier lange, sehr lange nichts mehr geschehen war.
Eine besondere Zierde war auch der Turm, der sich wie eine göttliche Huldigung in den Himmel erhob und die Villa dabei um mehrere Meter überragte. Wie eine Skulptur aus Knetmasse, unter Verzicht auf gerade Linien oder rechte Winkel, schwang er sich in wellenartigen Formen empor. Selbst die Oberfläche der Fliesen, mit denen er flächendecken dekoriert war, war nicht flach, sondern gewölbt. Im Wechsel Weiß und Blau woben sie ein königlich-bayerisch anmutendes Kachelmuster, bis zur durchbrochenen Spitze, auf der eine herrschaftliche Fahne mit einem Wappen herabhing und auf eine frische Brise wartete, die sie aufblähen und wehen ließe. Obwohl sie ein wenig zerschlissen war, wirkte sie dennoch majestätisch und schön.
Eine sich optisch kaum abhebende Treppe ohne Geländer lief als Spirale um den Turm nach oben. Doch im Gegensatz zum Hauptgebäude war der Turm von Rosenranken eingeschlossen, die selbst die Treppe in Besitz genommen hatten. Nicht dicht, nicht unüberwindbar, aber doch ein lästiges Hindernis voller spitzer Dornen. Ihre Rosenblüten waren groß, in einem üppigen Rot, wie das frische Rot der Lippen einer Jungfrau, dachte Alessandro und im selben Moment schüttelte er über sich selbst den Kopf. Was für seltsame Gedanken? Er fühlte sich wie in einem Märchenland gefangen, überflutet von fremden und zugleich sinnlichen Reizen, als griffen diese Ranken nach seinem Geist, seinem Herz, seinem Körper. Der Gedanke nach Flucht drängte sich ihm auf, doch zugleich trieb ihn die Neugierde nach vorne. Er war der Erste, seit langer Zeit der Erste, der dieses vergessene Paradies betrat und das wollte er in voller Intensität auskosten.
Der Turm weckte seine größte Neugierde und so erklomm er Stück für Stück die fast unzugängliche Treppe, ungeachtet der Gefahr, dass sie ungesichert war. Oben angekommen gelang es ihm ohne Schwierigkeiten die Tür zu öffnen.
Hinter einem kleinen Vorraum befand sich ein Schlafgemach mit einem breiten Bett. Die kleinen mit bunten Butzenscheiben verglasten Fenster ließen nur wenig Licht herein und Alessandro musste einen Moment warten, bis sich seine Augen an das spärliche Licht gewöhnt hatten. Dieses Turmzimmer war offenbar ein Liebesnest. Vor ihm räkelte sich ein Pärchen nackt im Liebestaumel, jedoch grotesk in der Bewegung erstarrt.
Alessandro schwankte zwischen Erstaunen und Heiterkeit. Es sah merkwürdig aus, wie die beiden Leiber ineinander verschlungen waren, sie auf seinem Schoß sitzend, nach vorne gebeugt, die Lippen zu einem Kuss gespitzt, und seine Hände auf ihren Brüsten ruhend. Das Paar war nicht mehr jung, beide ein wenig mollig, die Haare mit grauen Strähnen durchzogen. Doch ihre Haltung war ein intensiver Ausdruck von Leidenschaft und ihre Haut wirkte rosig und lebendig.
Vorsichtig streckte Alessandro die Hand aus, jederzeit bereit nach hinten zurück zu weichen, falls etwas Unvorhersehbares geschehen sollte, und strich der Dame sanft über den Rücken. Sie zeigte keine Reaktion, doch ihre Haut war zart und – warm.
Alessandro schüttelte seinen Kopf, kniff sich selbst in den Arm, doch es gab keinen Zweifel. Er war lebendig und wach, doch über diesem Haus lag ein Zauber, der seine Bewohner in einen todesähnlichen Schlaf versetzt hatte. Sollte also doch etwas Wahres an der Geschichte sein, die ihm sein Onkel erzählt hatte? Dann musste es irgendwo diese mysteriöse Jungfrau geben!
Fast panikartig stürmte er hinaus, die Treppe hinunter, stolperte über die Ranken und hielt mit Mühe das Gleichgewicht. Er rannte in die Villa, hastete durch alle Zimmer, vom Keller bis unter das Dach, und überall fand er dasselbe Bild vor. Köchin und Koch, Küchenmagd und Diener, aber auch Hauskatzen und Hunde, die Fliegen am Küchenfenster und die Spinne am Balken, alle waren in ihrer letzten Bewegung eingefroren. Doch nirgendwo fand er das junge Mädchen, das er suchte.
Ratlos trat er hinaus ins Sonnenlicht und schaute sich nach allen Seiten um. Es gab noch weitere Gebäude, eine stolze Konstruktion aus Eisen und Glas. Gewächshäuser. Die gekiesten Wege waren erstaunlicherweise kaum überwuchert, die Beete dafür umso mehr. Ein undurchdringlicher Dschungel. Sollte sich das Mädchen dort zwischen den Pflanzen befinden, würde er sie niemals entdecken. Es war so still, dass er seinen eigenen von der Anstrengung flatternden Atem hörte.
Von innerer Unruhe getrieben suchte er Gang um Gang ab, bis ihm ein junges Paar entgegen eilte, auch sie in der Bewegung erstarrt, mit entsetzten Mienen. Flüchtende, halb entblößte Liebende, sie voran, mit einer Hand halbherzig ihre Bluse vor den Brüsten raffend, an der anderen Hand ihren Liebsten hinter sich herziehend, der im Begriffe schien, sich ein letztes Mal umzublicken.
Alessandros Herz schlug schneller. Nun erblickte auch er die Ursache ihres Erschreckens. In dem Rondell am Ende des Weges lag ein junges Mädchen, in sich zusammengesunken, halb auf der Seite, halb auf dem Rücken. Man hätte sie für einen Engel halten können, bleich und makellos ihre Haut, jedoch eine natürliche rosige Frische auf ihren Wangen und die geschwungenen sinnlichen Lippen in einem leuchtenden Rot wie von Korallen. Er konnte seine Augen nicht von ihr abwenden, angesichts ihrer betörenden Schönheit und der erotischen Reize der halbnackt Daliegenden. Ihre jugendlichen Brüste waren schamlos entblößt, die weiße Spitzenbluse über die Schultern herab geschoben, der Rock angehoben, eine Hand auf ihrer rechten Brust liegend, die andere lüstern zwischen ihre Schamlippen gepresst.
Alessandro kniete neben ihr nieder. Er war von ihrer Schönheit wie gelähmt und nur langsam und widerstrebend setzte sein Verstand ein. Sie wirkte lebendig, als schlafe sie nur und müsse jeden Moment die Augen aufschlagen und ihn auslachen, dass er sich habe täuschen lassen. Wie auf einem alten Gemälde, sündig dahin drappiert, verführerisch bis in die letzte Faser – das Blut in seinen Adern begann zu rasen und er fühlte, wie sein Begehren mit jeder Sekunde stärker wurde. Was sollte er tun, um sie aus diesem todesgleichen Schlaf zu erwecken? Alles was er einmal in einem Ersthilfekurs gelernt hatte, schien weit entfernt, aus einer anderen Wirklichkeit und vollkommen ungeeignet. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung? Ach nein, welch ein Unfug.
Alessandro schob seinen Arm unter Röschens Schulter und hob sie behutsam an. Dann senkte er seinen Kopf über ihren, folgte seiner Intuition, senkte seine Lippen auf ihren verlockenden roten Mund, fühlte die Wärme, die ihre Lippen durchströmte und küsste sie. Erst behutsam, zaghaft, als könne er sie dabei verletzen, doch dann, als ihre Lippen sich unter den seinen öffneten und ihre zarte Zungenspitze die seine berührte, vergaß Alessandro alles um sich herum und küsste sie leidenschaftlich.
Im selben Augenblick erwachte das Leben rundum. Das Summen der Insekten auf den Rosen setzte wieder ein, von irgendwo war der Klang einer Glocke zu hören. Hastig sich entfernende Schritte knirschten auf dem Kies. Leise Stimmen von Ferne.

Röschen schlug langsam die Lider auf. Sie blinzelte einige Male, bis sie ihren Augen traute. Sie lag in den Armen eines jungen Mannes, der sie aufmerksam, leidenschaftlich und auch ein wenig spöttisch betrachtete. Er sah ganz anders aus, als die Männer, denen sie bisher begegnet war. Seine Frisur, sein Hemd und seine Jacke kamen ihr überaus seltsam und fremd vor. Im selben Moment wurde sie auch gewahr, dass sie sich in einer überaus unschicklichen Lage befand. Doch ehe sie dazu kam, aufzuschreien oder sich wenigstens zu bedecken und seiner Umarmung zu entwinden, hörte sie seine Stimme, fest und energisch.
»Ich glaube es einfach nicht. Es ist also wahr. Du bist heimtückisch wie diese Rosen ringsum. Eine verführerische, die Unschuld spielende Dornenrose. Ein ungezogenes lüsternes kleines Frauenzimmer.«
Röschen lächelte zaghaft. »Ich weiß nicht, wovon Ihr sprecht. Wollt Ihr Euch nicht erst einmal vorstellen?«
Doch anstelle einer Antwort fand sie sich mit einem Male in Bauchlage gedreht, an den Hüften gepackt, zur Bank geschleppt und auf den Schenkeln dieses Mannes wieder.
»Was habt Ihr vor? Lasst mich sofort los!«, jappste sie, versuchte sich nach oben zu stemmen, doch Alessandro drückte sie energisch nach unten und lachte über ihren kläglichen Versuch. »Tu nicht so, als seiest du die Jungfer Unschuld persönlich. Willst du leugnen, dass du es genießt, andere bei ihren erotischen Abenteuern zu beobachten?«
»Nein, ich leugne gar nichts! Bestraft mich für meine Neugierde und nehmt mich! Ich werde mich nicht wehren. Ich will endlich auch das machen, was alle tun!«
Alessandro lachte lauter. »Hab ich es mir doch gedacht. Du bist ein kokettes Fräulein, dass die Männer verführt.« Er klatschte ihr vergnügt auf den Po, der sich ihm entgegen wölbte.
»Nein«, protestierte Röschen. »So ist das nicht. Niemand lässt sich von mir verführen, weil alle Angst vor Papa haben und wenn ich noch lange warten muss, wird er mich einfach mit irgendeinem alten Verwandten verheiraten. Ich will aber Sex, mit einem jungen schönen Mann wie Ihr es seid.«
»Ach, wirklich?«, brummte Alessandro amüsiert. Ohne ihre Antwort abzuwarten, schob er ihren langen Rock nach oben, streichelte dabei mit seinen Fingern zärtlich die Innenseite ihrer Schenkel entlang und knetete Dornröschens blanke Hinterbacken. Sie begann sofort entzückt zu stöhnen. Seine Hand begann erneut auf ihren Po zu klatschen, erst langsam und sachte, dann schneller, fester, überall.
»Oh ja! Oh ist das schön! Verratet Ihr mir jetzt endlich Euren Namen?«, jauchzte sie.
»Mein Name ist Alessandro«, brummte er und machte sich daran, ihr die Bluse von den Armen zu zerren, doch die Manschetten waren mit mehreren Knöpfen eng verschlossen und sein Versuch misslang. Sie zappelte so sehr, dass er befürchtete, sie würde von seinen Schenkeln rutschen. Also hielt er ihre Hände darin auf dem Rücken gefangen und sie stöhnte ergeben. Dann erhöhte er den Takt seiner züchtigenden Hiebe.

Dornröschen wand sich, zappelte und quietschte vor Vergnügen, und je mehr die Röte ihres entzückenden Hinterteils zunahm, umso lauter und hemmungsloser stöhnte sie und warf ihren Kopf hin und her. Was dieser fremde schöne Mann mit ihr machte, war noch viel aufregender als die Züchtigung, die sie durch ihren Vater erfahren hatte. In ihrem Schoß wurde es heiß und feucht und sie fühlte voller Verlangen, dass dies nur der Anfang dessen sein konnte, was sie des öfteren bei den heimlichen Schäferstündchen beobachtet hatte.
»Oh sagt mir, wer seid Ihr, Alessandro? Woher kommt Ihr? Hat Euch mein Vater geschickt, mich zu erziehen und zu freien?«

Alessandro musste lachen. »Vielleicht«, gab er daher ausweichend zur Antwort und klatschte ihr sanft auf ihre Schenkel. »Aber – das erfährst du noch früh genug. Zuerst werde ich dich zähmen und dich unterwerfen. Deine Lust soll fortan nur mir gehören, Dornröschen. Und vielleicht mache ich dich dann sogar zu meiner Braut. Aber nur, wenn du artig bist und tust, was ich verlange.«
»Oh ja, bitte, mein schöner Geliebter. Alles. Sagt mir, was ich tun soll!«
Alessandro biss sich auf die Lippen, und rang um einen Funken Ernsthaftigkeit. In seiner Hose tobte der Aufruhr und er wusste genau, was er wollte. Er schob Dornröschen von seinen Schenkeln und stellte sie vor sich hin. »Zieh dich aus«, forderte er mit blitzenden Augen.
Anmutig entkleidete sie sich vor ihm, langsam und mit sanftem Schwung in den Hüften, die Wangen vor Scham und Aufregung erhitzt. Sie lutschte an ihrem Zeigefinger und fuhr danach mit ihm über seine Lippen. Er packte ihre Hand und biss ihr sinnlich in den Finger, eher er aufstand, um sie herumging, die rosigen Spitzen ihrer Brüste neckte und ihren geröteten Po zärtlich streichelte. Jede Bewegung ihres Körpers war weich und drückte Verlangen aus, sie schmiegte sich seiner Hand entgegen und zwischen ihren Schenkeln glänzte es feucht vor Bereitschaft.
Langsam, ohne den Blick von ihr zu lassen, entledigte sich Alessandro seiner Kleidung. Als sein Penis steif und hart aus seiner Hose sprang, schlug Dornröschen begeistert die Handflächen aneinander und schrie leise auf. »Darf ich ihn liebkosen?«
Doch Alessandro war viel zu erregt, um dies auszuhalten. Außerdem sah er es ein Privileg an, und er wollte nicht riskieren in ihrem jungfräulichen Mund zu kommen, ehe er sich nicht ihren Unterleib unterworfen hatte. »Ein andermal«, knurrte er leise. Er umarmte sie von hinten, presste seine Brust an ihren Rücken, nahm ihre zarten Knospen in seine Hände und streichelte sinnlich darüber. Ihre rosigen Nippel verhärteten sich unter der Berührung und sie seufzte hemmungslos.
»Oh bitte, mein Liebster – wie werdet Ihr mich nehmen?«
»Ich werde dich wie der Hengst die Stute reitet deiner Jungfräulichkeit berauben und ich werde dabei nicht zimperlich sein, denn du bist ein ungehorsames unsittliches Frauenzimmer, dem jeden Abend dieser süße Po versohlt gehört. Damit du nicht auf dumme Gedanken kommst.« Alessandros Endorphine peitschten durch seine Adern. Sie würde ihm gehören, vom ersten Augenblick an und er würde ihr zeigen, worauf sie wartete. Dass Sex mit ihm ein Vergnügen war, ein intensives und manchmal auch hartes Vergnügen.
»Oh ja, verlangt von mir was Ihr wollt. Nehmt Euch meinen Körper, er soll Euch gehören, denn meine Liebe gehört Euch längst.«
Alessandro knabberte zärtlich an ihrem Ohrläppchen, dann knurrte er heiser voller Verlangen: »Beug dich vor, meine kleine Geliebte, auf dass mein Sporn heute und für alle Zeit von dir Besitz nehme.«
Ein lüsternes Quietschen entfloh Dornröschens Lippen. Sie gehorchte, beugte sich vor und stützte sich auf der Sitzfläche der Bank ab. Alessandro streichelte von ihren Brüsten über ihren Bauch, ihre Taille, dann ihren Po und ihre Schenkel, sodann zog er ihre Schamlippen auseinander und drang behutsam ganz tief in ihre erwartungsvolle Lustspalte ein.

Dornröschen keuchte überrascht auf, hob den Kopf, dann jedoch stemmte sie sich seinen Bewegungen entgegen und fiel mit ihm in ein hemmungsloses Stöhnen ein. Der Schmerz seines Eindringens war kurz gewesen. Aber nun war dort nichts mehr als Lust in ihr, überraschende nie gefühlte Lust. Sie spürte sein Gleiten und genoss es, von ihm ganz und gar ausgefüllt zu sein, gedehnt und erobert, ihm ausgeliefert und von seinem Begehren mitgerissen.
Als sie einen erlösenden Aufschrei vernahm, wusste sie nicht, ob es ihre eigene oder seine Stimme war, oder vielleicht beide. Aber eines wusste sie gewiss: Das befreiende Beben, dass schlagartig ihren Verstand vernebelte und mit einem überwältigenden Glücksgefühl ihren Körper überflutete, wollte sie von nun an nie mehr missen …

 

© Sira Rabe