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hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Dornröschen - Dornröschen

An einem Sonntagmorgen ging es Tadeo nicht gut und er bat Alessandro, alleine auszureiten, damit wenigstens eines der Pferde Bewegung hätte. Ein wenig lustlos stimmte Alessandro zu. Gelangweilt schaute er in die Parklandschaft, die er mittlerweile recht gut kannte und dann gab er der Stute die Sporen, damit sie ihre Strecke im Galopp möglichst schnell hinter sich brächten. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass auf einmal wenige Meter vor ihnen ein entlaufener Hund durch das Unterholz brach, stehen blieb und wütend das Pferd anknurrte, so dass es scheute und mit den Vorderhufen in die Luft stieg, wodurch Alessandro den Halt verlor und herunter stürzte. Ehe er sich mühsam erhoben, seine verschmutzte Hose abgeklopft und seinen schmerzenden Arm abgetastet hatte, war die Stute auf und davon, ebenso der Hund, der an allem Schuld gewesen war. Alessandro versuchte dem Pferd zu folgen, in der Hoffnung, es würde irgendwann seine Angst und seinen Übermut ausgelebt haben und stehen bleiben. Doch bald verlor er die Spur und sah sich ratlos nach allen Seiten um. Er musste sich eingestehen, dass er keine Ahnung hatte, wo er war. Nirgends war ein Weg zu erkennen und außer dem Gezwitscher einiger Vögel hoch oben in den Ästen waren keine Geräusche zu hören. Missmutig stapfte er weiter und versuchte der Sonne entgegen zu gehen, die da und dort durch die dicht begrünten Baumwipfel blitzte.
Auf einmal schien es ihm, als wäre da und dort etwas Goldenes zwischen den Büschen und Bäumen zu sehen. Das konnten keine Blumen sein. Er ging darauf zu. Tatsächlich. Dicht bewachsen, von Schlingpflanzen und den bekannten wilden Rosen überwuchert traf er auf eine Mauer, gerade mal einen Kopf höher als er selbst, im dichten Bewuchs jedoch kaum zu erkennen. Doch dort heraus war der goldene Schein gekommen. Alessandro versuchte ein Stück Mauer freizulegen, was nicht einfach war und erkannte dann, dass in den weißen glatt behauenen Granit Mosaikscherben von einstmals farbenfroher Schönheit eingelassen waren, darunter einige aus purem Gold, die unter den spärlichen Sonnenstrahlen schimmerten.
Was mochte sich hinter dieser Mauer befinden? Er versuchte ihr zu folgen, aber der Bewuchs war zu dicht. Es schien ein Ding der Unmöglichkeit sein. Aufregung erfasste ihn. Sollte die sagenhafte Geschichte, von der sein Onkel ihm erzählt hatte, vielleicht doch einen wahren Kern beinhalten?
Selbst durch seine Lederhandschuhe hindurch stachen die spitzen Dornen der Rosen. Ihr Duft allerdings war betörend, von einer einzigartigen Süße, die ihn fast schwindlig machte. Zu allem entschlossen und von dem Fieber nach einem jugendlichen, völlig unvernünftigen Abenteuer gepackt, griff er mutig in die Ranken, dankte im Stillen seinem Onkel, der ihm das Paar feste Lederhandschuhe geschenkt hatte, und suchte sich eine Stelle, an der sein Fuß Halt fand. Dann zog er sich Stück um Stück hinauf, bis auf den obersten Punkt der Mauer. Die Dornen hakten sich an seiner Hose ein, rissen ein Loch in den Ärmel seiner Jacke, kratzten an seinen Reitstiefeln. Doch gerade die Aussichtslosigkeit seines Vorhabens spornte ihn an, es zu versuchen. Er fühlte sich mit einem Male wieder wie ein kleiner Junge, der am liebsten etwas Verbotenes macht.
Von der Mauer aus suchten seine Augen den Urwald auf der anderen Seite nach einem geeigneten Abstieg und einem Weg ab, aber es war nichts zu erkennen. Er entschied sich nach kurzer Überlegung, eine Weile auf der Mauer weiter zu gehen, obwohl es nicht einfach war. Schließlich entdeckte er von oben eine gewisse Regelmäßigkeit in der Struktur der Pflanzen und beschloss sich dies näher anzusehen.
Der Abstieg auf der anderen Seite gestaltete sich nicht weniger schwierig als der Aufstieg, aber er schaffte es. Zwar war er völlig zerstochen, Jacke und Hose von den Dornen ruiniert, auf seiner Wange ein paar Schrammen, aber unter dem dichten Gestrüpp befand sich tatsächlich ein Weg, von verwelkten Rosenblüten und Laub bedeckt.
Ein wenig geduckt, um nicht mit den Haaren oder Schultern irgendwo hängen zu bleiben, ging Alessandro voran. Ein verschlossenes Tor – ihm blieb fast das Herz stehen vor Schreck. Hier war der Weg zuende – aber, es war keine Sackgasse, wie er zunächst befürchtete. Vor ihm lag ein schmiedeeisernes Tor, das ebenfalls von den Rosen durchrankt war. Er riss und rüttelte an dem Tor, aber vergebens. Ohne ein Messer oder eine Zange würde er dort nicht hindurch kommen.
Der Duft benebelte seine Sinne, es war unmöglich einen klaren Gedanken zu fassen. Berauscht tauchte er seine Nase in eine besonders große Blüte, gefärbt in Pfirsich und Lachs, hielt sie dabei vorsichtig, fast zärtlich mit der Hand, wozu er seinen Handschuh ausgezogen hatte. Er streichelte über den Blütenkelch, dessen Blätter wie Samt schimmerten und sich auch genauso weich anfühlten. Und dann geschah das Wunder. Die Ranken zogen sich auf einmal zurück, langsam und geschmeidig wie eine Schlange, gaben die Umklammerung des Tores frei und dieses sprang von alleine auf. Alessandro traute seinen Sinnen nun gar nicht mehr. Was ging hier vor sich? Er taumelte benommen durch das Tor, das sich hinter ihm langsam schloss und sofort wieder von den Rosen durchschlungen wurde.
Nachdem er noch ein paar Meter gebückt weiter gegangen war, wurde auf einmal der Blick auf eine von allen Seiten eingeschlossene, selbst aber kaum überrankte und daher fast unversehrte Fassade freigegeben. Eine Mischung aus stattlicher Villa und klerikalem Kirchenbau zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Die Szene barg eine morbide Schönheit und für einen Augenblick stand Alessandro einfach nur da, und ließ die Eindrücke auf sich einwirken. Alle Fenster der Villa waren mit Bleiglaseinfassungen aus floralen Formen untergegliedert, der Fensterrahmen in einem elliptischen Halbbogen nach oben gerundet. Der Eingang bestand aus einem baldachinartigen Vorbau, in den Ecken ein paar Spinnweben, der Eingang erreichbar über drei rundum laufende Stufen, die mit Mosaik aus buntem Glas und Gold eingefasst waren. Die Fassade dieses ungewöhnlichen Baus, der keine Kanten aufwies, sondern nur runde, geschwungene Formen, war in hellem Blau gestrichen, dass nichts von seiner Schönheit verloren hatte. Alle Stuckapplikationen, die wie Zuckerbäckerverzierungen anstelle von Säulen zwischen den Fensterreihen nach oben strebten, zeugten mit ihrem verstaubtem Weiß davon, dass hier lange, sehr lange nichts mehr geschehen war.
Eine besondere Zierde war auch der Turm, der sich wie eine göttliche Huldigung in den Himmel erhob und die Villa dabei um mehrere Meter überragte. Wie eine Skulptur aus Knetmasse, unter Verzicht auf gerade Linien oder rechte Winkel, schwang er sich in wellenartigen Formen empor. Selbst die Oberfläche der Fliesen, mit denen er flächendecken dekoriert war, war nicht flach, sondern gewölbt. Im Wechsel Weiß und Blau woben sie ein königlich-bayerisch anmutendes Kachelmuster, bis zur durchbrochenen Spitze, auf der eine herrschaftliche Fahne mit einem Wappen herabhing und auf eine frische Brise wartete, die sie aufblähen und wehen ließe. Obwohl sie ein wenig zerschlissen war, wirkte sie dennoch majestätisch und schön.
Eine sich optisch kaum abhebende Treppe ohne Geländer lief als Spirale um den Turm nach oben. Doch im Gegensatz zum Hauptgebäude war der Turm von Rosenranken eingeschlossen, die selbst die Treppe in Besitz genommen hatten. Nicht dicht, nicht unüberwindbar, aber doch ein lästiges Hindernis voller spitzer Dornen. Ihre Rosenblüten waren groß, in einem üppigen Rot, wie das frische Rot der Lippen einer Jungfrau, dachte Alessandro und im selben Moment schüttelte er über sich selbst den Kopf. Was für seltsame Gedanken? Er fühlte sich wie in einem Märchenland gefangen, überflutet von fremden und zugleich sinnlichen Reizen, als griffen diese Ranken nach seinem Geist, seinem Herz, seinem Körper. Der Gedanke nach Flucht drängte sich ihm auf, doch zugleich trieb ihn die Neugierde nach vorne. Er war der Erste, seit langer Zeit der Erste, der dieses vergessene Paradies betrat und das wollte er in voller Intensität auskosten.
Der Turm weckte seine größte Neugierde und so erklomm er Stück für Stück die fast unzugängliche Treppe, ungeachtet der Gefahr, dass sie ungesichert war. Oben angekommen gelang es ihm ohne Schwierigkeiten die Tür zu öffnen.
Hinter einem kleinen Vorraum befand sich ein Schlafgemach mit einem breiten Bett. Die kleinen mit bunten Butzenscheiben verglasten Fenster ließen nur wenig Licht herein und Alessandro musste einen Moment warten, bis sich seine Augen an das spärliche Licht gewöhnt hatten. Dieses Turmzimmer war offenbar ein Liebesnest. Vor ihm räkelte sich ein Pärchen nackt im Liebestaumel, jedoch grotesk in der Bewegung erstarrt.
Alessandro schwankte zwischen Erstaunen und Heiterkeit. Es sah merkwürdig aus, wie die beiden Leiber ineinander verschlungen waren, sie auf seinem Schoß sitzend, nach vorne gebeugt, die Lippen zu einem Kuss gespitzt, und seine Hände auf ihren Brüsten ruhend. Das Paar war nicht mehr jung, beide ein wenig mollig, die Haare mit grauen Strähnen durchzogen. Doch ihre Haltung war ein intensiver Ausdruck von Leidenschaft und ihre Haut wirkte rosig und lebendig.
Vorsichtig streckte Alessandro die Hand aus, jederzeit bereit nach hinten zurück zu weichen, falls etwas Unvorhersehbares geschehen sollte, und strich der Dame sanft über den Rücken. Sie zeigte keine Reaktion, doch ihre Haut war zart und – warm.
Alessandro schüttelte seinen Kopf, kniff sich selbst in den Arm, doch es gab keinen Zweifel. Er war lebendig und wach, doch über diesem Haus lag ein Zauber, der seine Bewohner in einen todesähnlichen Schlaf versetzt hatte. Sollte also doch etwas Wahres an der Geschichte sein, die ihm sein Onkel erzählt hatte? Dann musste es irgendwo diese mysteriöse Jungfrau geben!
Fast panikartig stürmte er hinaus, die Treppe hinunter, stolperte über die Ranken und hielt mit Mühe das Gleichgewicht. Er rannte in die Villa, hastete durch alle Zimmer, vom Keller bis unter das Dach, und überall fand er dasselbe Bild vor. Köchin und Koch, Küchenmagd und Diener, aber auch Hauskatzen und Hunde, die Fliegen am Küchenfenster und die Spinne am Balken, alle waren in ihrer letzten Bewegung eingefroren. Doch nirgendwo fand er das junge Mädchen, das er suchte.
Ratlos trat er hinaus ins Sonnenlicht und schaute sich nach allen Seiten um. Es gab noch weitere Gebäude, eine stolze Konstruktion aus Eisen und Glas. Gewächshäuser. Die gekiesten Wege waren erstaunlicherweise kaum überwuchert, die Beete dafür umso mehr. Ein undurchdringlicher Dschungel. Sollte sich das Mädchen dort zwischen den Pflanzen befinden, würde er sie niemals entdecken. Es war so still, dass er seinen eigenen von der Anstrengung flatternden Atem hörte.
Von innerer Unruhe getrieben suchte er Gang um Gang ab, bis ihm ein junges Paar entgegen eilte, auch sie in der Bewegung erstarrt, mit entsetzten Mienen. Flüchtende, halb entblößte Liebende, sie voran, mit einer Hand halbherzig ihre Bluse vor den Brüsten raffend, an der anderen Hand ihren Liebsten hinter sich herziehend, der im Begriffe schien, sich ein letztes Mal umzublicken.
Alessandros Herz schlug schneller. Nun erblickte auch er die Ursache ihres Erschreckens. In dem Rondell am Ende des Weges lag ein junges Mädchen, in sich zusammengesunken, halb auf der Seite, halb auf dem Rücken. Man hätte sie für einen Engel halten können, bleich und makellos ihre Haut, jedoch eine natürliche rosige Frische auf ihren Wangen und die geschwungenen sinnlichen Lippen in einem leuchtenden Rot wie von Korallen. Er konnte seine Augen nicht von ihr abwenden, angesichts ihrer betörenden Schönheit und der erotischen Reize der halbnackt Daliegenden. Ihre jugendlichen Brüste waren schamlos entblößt, die weiße Spitzenbluse über die Schultern herab geschoben, der Rock angehoben, eine Hand auf ihrer rechten Brust liegend, die andere lüstern zwischen ihre Schamlippen gepresst.
Alessandro kniete neben ihr nieder. Er war von ihrer Schönheit wie gelähmt und nur langsam und widerstrebend setzte sein Verstand ein. Sie wirkte lebendig, als schlafe sie nur und müsse jeden Moment die Augen aufschlagen und ihn auslachen, dass er sich habe täuschen lassen. Wie auf einem alten Gemälde, sündig dahin drappiert, verführerisch bis in die letzte Faser – das Blut in seinen Adern begann zu rasen und er fühlte, wie sein Begehren mit jeder Sekunde stärker wurde. Was sollte er tun, um sie aus diesem todesgleichen Schlaf zu erwecken? Alles was er einmal in einem Ersthilfekurs gelernt hatte, schien weit entfernt, aus einer anderen Wirklichkeit und vollkommen ungeeignet. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung? Ach nein, welch ein Unfug.
Alessandro schob seinen Arm unter Röschens Schulter und hob sie behutsam an. Dann senkte er seinen Kopf über ihren, folgte seiner Intuition, senkte seine Lippen auf ihren verlockenden roten Mund, fühlte die Wärme, die ihre Lippen durchströmte und küsste sie. Erst behutsam, zaghaft, als könne er sie dabei verletzen, doch dann, als ihre Lippen sich unter den seinen öffneten und ihre zarte Zungenspitze die seine berührte, vergaß Alessandro alles um sich herum und küsste sie leidenschaftlich.
Im selben Augenblick erwachte das Leben rundum. Das Summen der Insekten auf den Rosen setzte wieder ein, von irgendwo war der Klang einer Glocke zu hören. Hastig sich entfernende Schritte knirschten auf dem Kies. Leise Stimmen von Ferne.

Röschen schlug langsam die Lider auf. Sie blinzelte einige Male, bis sie ihren Augen traute. Sie lag in den Armen eines jungen Mannes, der sie aufmerksam, leidenschaftlich und auch ein wenig spöttisch betrachtete. Er sah ganz anders aus, als die Männer, denen sie bisher begegnet war. Seine Frisur, sein Hemd und seine Jacke kamen ihr überaus seltsam und fremd vor. Im selben Moment wurde sie auch gewahr, dass sie sich in einer überaus unschicklichen Lage befand. Doch ehe sie dazu kam, aufzuschreien oder sich wenigstens zu bedecken und seiner Umarmung zu entwinden, hörte sie seine Stimme, fest und energisch.
»Ich glaube es einfach nicht. Es ist also wahr. Du bist heimtückisch wie diese Rosen ringsum. Eine verführerische, die Unschuld spielende Dornenrose. Ein ungezogenes lüsternes kleines Frauenzimmer.«
Röschen lächelte zaghaft. »Ich weiß nicht, wovon Ihr sprecht. Wollt Ihr Euch nicht erst einmal vorstellen?«
Doch anstelle einer Antwort fand sie sich mit einem Male in Bauchlage gedreht, an den Hüften gepackt, zur Bank geschleppt und auf den Schenkeln dieses Mannes wieder.
»Was habt Ihr vor? Lasst mich sofort los!«, jappste sie, versuchte sich nach oben zu stemmen, doch Alessandro drückte sie energisch nach unten und lachte über ihren kläglichen Versuch. »Tu nicht so, als seiest du die Jungfer Unschuld persönlich. Willst du leugnen, dass du es genießt, andere bei ihren erotischen Abenteuern zu beobachten?«
»Nein, ich leugne gar nichts! Bestraft mich für meine Neugierde und nehmt mich! Ich werde mich nicht wehren. Ich will endlich auch das machen, was alle tun!«
Alessandro lachte lauter. »Hab ich es mir doch gedacht. Du bist ein kokettes Fräulein, dass die Männer verführt.« Er klatschte ihr vergnügt auf den Po, der sich ihm entgegen wölbte.
»Nein«, protestierte Röschen. »So ist das nicht. Niemand lässt sich von mir verführen, weil alle Angst vor Papa haben und wenn ich noch lange warten muss, wird er mich einfach mit irgendeinem alten Verwandten verheiraten. Ich will aber Sex, mit einem jungen schönen Mann wie Ihr es seid.«
»Ach, wirklich?«, brummte Alessandro amüsiert. Ohne ihre Antwort abzuwarten, schob er ihren langen Rock nach oben, streichelte dabei mit seinen Fingern zärtlich die Innenseite ihrer Schenkel entlang und knetete Dornröschens blanke Hinterbacken. Sie begann sofort entzückt zu stöhnen. Seine Hand begann erneut auf ihren Po zu klatschen, erst langsam und sachte, dann schneller, fester, überall.
»Oh ja! Oh ist das schön! Verratet Ihr mir jetzt endlich Euren Namen?«, jauchzte sie.
»Mein Name ist Alessandro«, brummte er und machte sich daran, ihr die Bluse von den Armen zu zerren, doch die Manschetten waren mit mehreren Knöpfen eng verschlossen und sein Versuch misslang. Sie zappelte so sehr, dass er befürchtete, sie würde von seinen Schenkeln rutschen. Also hielt er ihre Hände darin auf dem Rücken gefangen und sie stöhnte ergeben. Dann erhöhte er den Takt seiner züchtigenden Hiebe.

Dornröschen wand sich, zappelte und quietschte vor Vergnügen, und je mehr die Röte ihres entzückenden Hinterteils zunahm, umso lauter und hemmungsloser stöhnte sie und warf ihren Kopf hin und her. Was dieser fremde schöne Mann mit ihr machte, war noch viel aufregender als die Züchtigung, die sie durch ihren Vater erfahren hatte. In ihrem Schoß wurde es heiß und feucht und sie fühlte voller Verlangen, dass dies nur der Anfang dessen sein konnte, was sie des öfteren bei den heimlichen Schäferstündchen beobachtet hatte.
»Oh sagt mir, wer seid Ihr, Alessandro? Woher kommt Ihr? Hat Euch mein Vater geschickt, mich zu erziehen und zu freien?«

Alessandro musste lachen. »Vielleicht«, gab er daher ausweichend zur Antwort und klatschte ihr sanft auf ihre Schenkel. »Aber – das erfährst du noch früh genug. Zuerst werde ich dich zähmen und dich unterwerfen. Deine Lust soll fortan nur mir gehören, Dornröschen. Und vielleicht mache ich dich dann sogar zu meiner Braut. Aber nur, wenn du artig bist und tust, was ich verlange.«
»Oh ja, bitte, mein schöner Geliebter. Alles. Sagt mir, was ich tun soll!«
Alessandro biss sich auf die Lippen, und rang um einen Funken Ernsthaftigkeit. In seiner Hose tobte der Aufruhr und er wusste genau, was er wollte. Er schob Dornröschen von seinen Schenkeln und stellte sie vor sich hin. »Zieh dich aus«, forderte er mit blitzenden Augen.
Anmutig entkleidete sie sich vor ihm, langsam und mit sanftem Schwung in den Hüften, die Wangen vor Scham und Aufregung erhitzt. Sie lutschte an ihrem Zeigefinger und fuhr danach mit ihm über seine Lippen. Er packte ihre Hand und biss ihr sinnlich in den Finger, eher er aufstand, um sie herumging, die rosigen Spitzen ihrer Brüste neckte und ihren geröteten Po zärtlich streichelte. Jede Bewegung ihres Körpers war weich und drückte Verlangen aus, sie schmiegte sich seiner Hand entgegen und zwischen ihren Schenkeln glänzte es feucht vor Bereitschaft.
Langsam, ohne den Blick von ihr zu lassen, entledigte sich Alessandro seiner Kleidung. Als sein Penis steif und hart aus seiner Hose sprang, schlug Dornröschen begeistert die Handflächen aneinander und schrie leise auf. »Darf ich ihn liebkosen?«
Doch Alessandro war viel zu erregt, um dies auszuhalten. Außerdem sah er es ein Privileg an, und er wollte nicht riskieren in ihrem jungfräulichen Mund zu kommen, ehe er sich nicht ihren Unterleib unterworfen hatte. »Ein andermal«, knurrte er leise. Er umarmte sie von hinten, presste seine Brust an ihren Rücken, nahm ihre zarten Knospen in seine Hände und streichelte sinnlich darüber. Ihre rosigen Nippel verhärteten sich unter der Berührung und sie seufzte hemmungslos.
»Oh bitte, mein Liebster – wie werdet Ihr mich nehmen?«
»Ich werde dich wie der Hengst die Stute reitet deiner Jungfräulichkeit berauben und ich werde dabei nicht zimperlich sein, denn du bist ein ungehorsames unsittliches Frauenzimmer, dem jeden Abend dieser süße Po versohlt gehört. Damit du nicht auf dumme Gedanken kommst.« Alessandros Endorphine peitschten durch seine Adern. Sie würde ihm gehören, vom ersten Augenblick an und er würde ihr zeigen, worauf sie wartete. Dass Sex mit ihm ein Vergnügen war, ein intensives und manchmal auch hartes Vergnügen.
»Oh ja, verlangt von mir was Ihr wollt. Nehmt Euch meinen Körper, er soll Euch gehören, denn meine Liebe gehört Euch längst.«
Alessandro knabberte zärtlich an ihrem Ohrläppchen, dann knurrte er heiser voller Verlangen: »Beug dich vor, meine kleine Geliebte, auf dass mein Sporn heute und für alle Zeit von dir Besitz nehme.«
Ein lüsternes Quietschen entfloh Dornröschens Lippen. Sie gehorchte, beugte sich vor und stützte sich auf der Sitzfläche der Bank ab. Alessandro streichelte von ihren Brüsten über ihren Bauch, ihre Taille, dann ihren Po und ihre Schenkel, sodann zog er ihre Schamlippen auseinander und drang behutsam ganz tief in ihre erwartungsvolle Lustspalte ein.

Dornröschen keuchte überrascht auf, hob den Kopf, dann jedoch stemmte sie sich seinen Bewegungen entgegen und fiel mit ihm in ein hemmungsloses Stöhnen ein. Der Schmerz seines Eindringens war kurz gewesen. Aber nun war dort nichts mehr als Lust in ihr, überraschende nie gefühlte Lust. Sie spürte sein Gleiten und genoss es, von ihm ganz und gar ausgefüllt zu sein, gedehnt und erobert, ihm ausgeliefert und von seinem Begehren mitgerissen.
Als sie einen erlösenden Aufschrei vernahm, wusste sie nicht, ob es ihre eigene oder seine Stimme war, oder vielleicht beide. Aber eines wusste sie gewiss: Das befreiende Beben, dass schlagartig ihren Verstand vernebelte und mit einem überwältigenden Glücksgefühl ihren Körper überflutete, wollte sie von nun an nie mehr missen …

 

© Sira Rabe