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hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Dornröschen - Dornröschen

In Röschens ersten Lebensjahren machte sich bald niemand mehr Gedanken über Morganas bösartigen Spruch. Röschen wuchs zu einem gesunden und allseits beliebten Mädchen heran, schön, freundlich und intelligent. Allerdings war sie nicht ganz so ruhig und brav, auch nicht so fleißig und verständig wie es die Eltern gerne gehabt hätten. Eher raffiniert, verspielt und aufreizend. Aber ihre Eltern waren so glücklich, dass sie nach all den Jahren doch noch ein Kind ihr eigen nennen durften, dass sie Röschen viel zu viel durchgehen ließen und sie über alle Maßen verzogen. Dennoch war Röschen überall beliebt, denn sie verstand es, sich einzuschmeicheln und je älter und hübscher sie wurde, desto leichter fiel es ihr, einen jeden um den Finger zu wickeln.
Allmählich wurde Gregory aber doch Angst und Bange. Je näher Röschens fünfzehnter Geburtstag rückte und je fraulicher ihre Formen wurden, desto öfter erinnerte er sich an Morganas bösen Wunsch. Es war nicht zu übersehen, wie kokett und sinnlich sich Röschen zu bewegen verstand. Die Dienerschaft sah ihr hinterher, wenn sie vorbei schwebte und er hörte, wie über sie getuschelt wurde. Da wachte Gregory von da streng darüber, dass sie hoch geschlossene Blusen und lange Röcke trug, und auch sonst einen züchtigen Eindruck machte.
Eines Tages kam er zufällig hinzu, wie sein Töchterlein zwischen den Beinen des Hauslehrers kniete und beide erschrocken auseinander stoben, als die Tür aufging.
»Was ist hier los?«, donnerte Gregory und bemerkte gerade noch, wie der Hauslehrer seine Hose schloss.
»Es – es ist nicht so, wie Ihr meint, Signore. Es ist gar nichts passiert«, stotterte der Hauslehrer verlegen.
»Hinaus – und lasst Euch nie wieder hier blicken!«
Dem Rauswurf des Hauslehrers folgte eine Szene, die weder Röschen noch ihr Vater in den folgenden Tagen vergessen konnten. Gregory ließ sich auf den Stuhl fallen, das Gesicht knallrot vor Zorn, packte mit fester Hand sein Töchterlein über seine Knie und zog den langen Rock bis über den Po nach oben. Doch was sahen seine wütend blitzenden Augen? Anstelle der üblichen weiten, schneeweiß gebleichten Unterhosen strahlten ihm zwei nackte, makellose und wohl gerundete Pobacken entgegen. Unbedeckt wie beim einfachen Gesinde.
»Du – du schamlose Göre!«, empörte er sich lautstark und sein Zorn brodelte durch die Adern.
Eine Salve fester Hiebe ging auf Röschens jungfräulichen Hintern hernieder und färbten ihn binnen kurzem in ein flammendes Rot. Doch statt zu Jammern, er möge sie verschonen und Gnade walten lassen, wand sich sein Töchterlein voller Entzücken seufzend und stöhnend auf seinen Schenkeln, so dass er sich nur mit Mühe beherrschte, sie nicht auf der Stelle selbst zu vernaschen. Da ihr wollüstiges Geseufze gar kein Ende nehmen wollte, sondern mit zunehmender Röte lauter und fordernder wurde, stieß er sie schließlich gröber, als er wollte, von seinen Beinen und eilte hinfort, um ohne Umschweife seine Gemahlin ins Schlafzimmer zu zerren und voller Inbrunst zu züchtigen und zu vögeln, so dass sie gar nicht wusste, wie ihr geschah.
Röschen aber rieb sich eine Weile vor Entzücken die brennende Haut ihres Hintern und überlegte, wie sie es anstellen müsste, möglichst bald wieder in den Genuss dieser köstlichen Erfahrung zu kommen, die ihr so wundervolle Schauer in den Unterleib gejagt hatte. Ihre Brüste schmerzten bei dem Gedanken, wie schön es sein musste, dort von zwei Besitz ergreifenden Männerhänden gepackt und liebkost zu werden. Nichts wünschte sie sich sehnlicher, als überall geküsst und liebkost zu werden, und endlich das Finale der körperlichen Liebe selbst kennen zu lernen. Wobei sie dabei weniger an ihren Vater dachte als an den hübschen Hauslehrer, den sie nun wohl nie mehr wieder sehen würde. Aber es gab ja noch andere Männer im Haus, junge, recht ansehnliche Dienstboten und Gärtner. Da sie in den Hauslehrer nicht verliebt gewesen war, war sie bald wieder frohgemut und zuversichtlich, dass sich eine Gelegenheit bieten würde.

Immer häufiger kam es vor, dass Röschen unauffindbar war, sich alleine im Park oder in den dicht bepflanzten Gewächshäusern herumtrieb, in denen Gregory erfolgreich neue Rosen züchtete und seinen Dünger testete, den er in alle Welt exportierte. Manchmal verrieten die Kratzer und Schrammen an ihren Händen oder Armen, wo sie gewesen war und ihre Mutter jammerte, Gregory solle Rosen ohne Dornen züchten, denn diese seien noch spitzer und schärfer als jede Spindel. Fast jeden Abend hielt er seiner Tochter eine Standpauke, aber er rührte sie nicht mehr an, vor lauter Angst, er könne den jungfräulichen Reizen seiner Tochter und ihren unerwartet lüsternen Reaktionen auf seine Züchtigung nicht noch einmal widerstehen. Es würde ihm nicht anderes übrig bleiben, als sie baldigst zu vermählen, ehe sie ihm Schande bereitete.
Zu Röschens Kummer hat sich noch keine neue Chance auf ein erotisches Erlebnis ergeben, so musste sie sich mit Zuschauen begnügen, was ihr aber zumindest auch viel Freude bereitete. Sie wusste längst, wann welche Dienstboten ein paar Stunden frei hatten und wo sie sich trafen, denn in den hintersten Winkel des großen Gewächshauses, mit seinem halbkreisförmig gewölbtem Eisen-Glasdach, kam tagsüber niemand. Nur morgens und abends wurde gegossen, gedüngt und verwelkte Blätter gezupft. Außerdem war es verboten, diesen Teil zu betreten, da Gregory befürchtete, jemand könnte ihm seinen innovativen Dünger oder seinen schöne Rosen stehlen. Doch die wirkliche Gefahr lauerte woanders.

Röschen war früh wach, als die Villa noch in tiefem Schlaf lag. Die ersten Sonnenstrahlen waren durch ihr Fenster direkt auf ihr Bett gefallen und hatten sie an der Nase gekitzelt. Sie zog sich schnell an und eilte leise hinaus in das Gewächshaus. Sie duckte sich hinter ein paar besonders üppig rankende Stöcke, die gerade noch ein Guckloch auf die einzige Bank freigaben, die in dem gekiesten Rondell am Ende des Ganges stand.
Sie musste nicht lange warten. Eines der Küchenmädchen und einer der Diener ihres Vaters waren schon seit längerem ein Liebespaar und trafen sich hier, wann immer es ihnen möglich war, sich unbeobachtet davon zu stehlen. Röschen stellte sich vor, die großen Hände des jungen Burschen berührten sie, nicht die Magd und sie probierte an sich selbst das aus, was er mit ihr machte, soweit dies möglich war. Natürlich neidete sie den beiden ihre Küsse, aber als der Diener die Bluse der Magd öffnete, ihre Brüste in die Hände nahm, ihre Nippel streichelte und diese zu seufzen begann, öffnete auch Röschen ihre Bluse und fing an sich selbst zu streicheln. Oh wie köstlich sich dies anfühlte und im selben Moment fiel ihr ein, dass ja heute ihr fünfzehnter Geburtstag war.
Nun raffte die Magd ihre Röcke und der Bursche zog sich seine Hose herunter, setzte sich auf die Bank und die Magd setzte sich auf ihn, ihre Schenkel weit gespreizt. Mit angehaltenem Atem sah Röschen den beiden zu. Sie ahnte, was dort vor sich ging. Sie nahm ebenfalls ihren Rock nach oben und begann sich mit einer Hand sanft und sinnlich an ihrer Perle zu reiben. Es war zu schön, um still zu sein. Zunächst unterdrückte sie noch mit Mühe ein lautes Stöhnen, biss sich auf die Unterlippe und wimmerte nur leise. Aber je mehr sie ihre Perle streichelte und mit der anderen Hand ihre Brüste, und je heftiger sich die beiden auf der Bank vor ihren Augen liebten, desto heißer wurde ihr. Sie hatte diese und andere Stellungen des öfteren beim Gesinde beobachtet und brannte immer sehnsüchtiger darauf, es selbst zu erleben. Ihre nasse Lustpforte sehnte sich danach, erobert und ausgefüllt zu werden. Sie fühlte seufzend, wie ihr der warme klebrige Mädchensaft die Schenkel hinab rann, einzelne kitzelnde Tropfen, und wie ihr Schoß in kleinen Wellen einer erlösenden Eruption entgegen strebte. Doch sie wollte mehr.
Der leise Aufschrei der beiden Liebenden, die miteinander ihren Orgasmus fanden, nahm Röschen die letzte Scham. Laut stöhnend kroch sie aus ihrem Versteck hervor, ignorierte den Schmerz der stechenden Dornen, in denen sie mit dem Arm hängen blieb. Ein Tropfen warmen Blutes rann ihr den Arm hinunter. Inbrünstig flehte sie, auf den Knien vor den beiden liegend: »Nimm mich, mach’s mir auch!«
Laut kreischend sprang die Magd von ihrem Liebsten auf, beide starrten das Töchterlein ihres Herrn voller Entsetzen an, dann packten sie sich an den Händen und rannten wie von der Tarantel gestochen davon. Doch mitten im Laufen erschlafften ihre Bewegungen, verlangsamten sich und kamen schließlich ganz zum Stillstand, wie auch Röschens, die verzweifelt versuchte, sich bis zu der Bank zu schleppen. Dann fielen allen die Augen zu und sie erstarrten in einem tiefen, todesähnlichen Schlaf.

* * *

Alessandro brannte nicht gerade darauf, seinen Onkel Tadeo in Mailand zu besuchen. Sein Studium in Paris hatte er erst vor einem Monat abgeschlossen und er bedauerte es zutiefst, sein sorgenloses Studentendasein, gewürzt von allerhand Liebschaften und ausschweifenden Partys, nun endgültig aufgeben zu müssen. Aber der Preis dieses freizügigen Lebens war ein mittelmäßiges Diplom gewesen, mit dem er in Paris ganz bestimmt keinen standesgemäßen Job finden würde und sein Vater hatte ihm den Geldhahn zugedreht. Rom oder Mailand. Etwas anderes hatte nicht zur Debatte gestanden. Aber in Rom würde er unter der Fuchtel von Tante Clarissa arbeiten müssen, dann doch lieber Onkel Tadeo.
Während der Zug in den Bahnhof einfuhr, nahm er innerlich Abschied von seinem bisherigen Leben und schwor sich, das Beste daraus zu machen, bevor sein Vater auf die Idee käme, ihn zu enterben. Schöne Mädchen würde es bestimmt auch in Mailand geben und sogar unter den vielen Cousinen der weitschweifigen Verwandtschaft, die ihre Wurzeln in ganz Europa zu haben schien, würden sich in Mailand hoffentlich ein paar hübsche Blümchen finden, die zu pflücken sich lohnte. Zumindest hatte er davon gehört. Seine miese Laune besserte sich bei diesem Gedanken und er schritt lächelnd auf seinen Onkel zu, der es sich nicht hatte nehmen lassen, seinen Neffen persönlich abzuholen.
Die nächsten Tage waren von intensiver Arbeit geprägt, dauerten bis in die späten Abendstunden und waren so hart, dass Alessandro die Lust auf nächtliche Erkundungstouren verging. Onkel Tadeo hatte für ihn eine leitende Position in seinem Zeitungsverlag vorgesehen, wenn er sich bewähren würde. Alessandro wurde durch alle Abteilungen geschickt, musste überall mitarbeiten, sich in alles hineindenken, jeden Mitarbeiter kennen lernen. Zu seinem Leidwesen waren darunter nur wenige junge Frauen. Außerdem – mit diesen unter den wachsamen Augen von Onkel Tadeo eine Liebschaft anzufangen wäre sogar ihm, dem dreisten Draufgänger, zu riskant erschienen.
Seine Hoffnungen auf das nahende Wochenende wurden ebenfalls bald zerstört, denn Onkel Tadeo hatte herausgefunden, dass Alessandro zu reiten verstand und verpflichtete ihn ohne Rücksicht auf dessen eigene Wünsche dazu, am Sonntag Morgen mit ihm auszureiten und anschließend bei ihm und seiner Gemahlin zu Mittag zu essen. Leider hatte die beiden keine schönen jungen Töchter vorzuweisen, was es für Alessandro attraktiver gemacht hätte, sich des Onkels Wünschen zu fügen. Nur zwei zehn- und zwölfjährige Knaben teilten ihre Gesellschaft und langweilten ihn entsetzlich. Sie waren ganz anders als er. Brav und unschuldig. Noch.
Immerhin war der Onkel auf dem Ausritt sehr gesprächig. Er besaß drei eigene prächtige Rappen, zwei Stuten und einen Hengst, den er selber ritt. Das Gestüt, bei dem die Pferde unterstanden, befand sich am Rande einer ausgedehnten Park- und Waldlandschaft und bald fand Alessandro an dem Ausritt Gefallen. Der Onkel plauderte über dies und das, während sie gemächlich einem der ausgetretenen Pfade folgten.
Dann verlangsamte er das Tempo noch mehr, schloss die Augen und atmete tief ein. Alessandro sog ebenfalls tief die Luft ein und hielt sein Pferd an. Der Onkel schaute ihn an und lächelte wissend. »Betörend, nicht wahr?«
Alessandro nickte. »Rosen, wundervoll duftende Rosen. Wo sind sie?« Er liebte Rosen. Sie eigneten sich vorzüglich, um unentschlossene Frauen zu einem Abenteuer zu verführen.
»Komm, ich zeig sie dir.«
Der Onkel ritt voran, verließ bald darauf den Weg und wich auf einen kaum erkennbaren schmaleren Pfad aus. Der Duft wurde immer intensiver. Dann erblickte Alessandro die Rosen, die wild übereinander rankten und vor ihnen eine bunte Mauer aus Aberhunderten der schönsten Blüten bildeten, die von Myriaden sonor brummender Hummeln und Bienen und einigen torkelnden Faltern besucht wurden.
Auf Alessandros fragenden Blick erklärte der Onkel, dass diese wilden Rosen ein verwunschenes Schloss behüteten, das sich einst in Familienbesitz befunden haben solle. Eine unartige, aber besonders schöne Jungfrau habe durch ihre Ungezogenheit den Zauber ausgelöst, weshalb sie schon seit hundert Jahren in einen tiefen Schlaf gefallen wäre. Aber das sei natürlich nur eine Sage. Er lachte verschmitzt. In Wirklichkeit sei es einfach so, dass es dieses Schloss wohl niemals gegeben habe und bisher niemand gewagt habe, die Rosen zu stutzen oder zu überwinden. Wozu auch. Sie waren schon immer da, störten niemanden, sondern erfüllten die Luft weithin mit ihrem wunderbaren, einzigartigen Duft. Sie waren ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Parks.
Die Wochen vergingen und Alessandro war noch kein einziges Mal in Mailand ausgegangen. Er konnte ja auch nicht ahnen, dass sein Vater den Bruder gebeten hatte, Alessandro im Übermaß mit Arbeit einzudecken, damit er nicht auf dumme Gedanken käme. Denn er beabsichtigte, nach einer standesgemäßen Frau für Alessandro Ausschau zu halten und ihn möglichst bald zu verheiraten. Es würde gewiss nicht einfach werden, aber ihm würde schon etwas einfallen, damit ein Mädchen aus guter Gesellschaft seinen Sohn glauben lassen würde, er hätte sie verführt und nicht umgekehrt.

© Sira Rabe