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hair saloonLiebe ist eine zeitlose Macht, die einen glücklich oder unglücklich machen kann. Auf jeden Fall ist Liebe voller Spannung, wirbelt das Leben durcheinander und vollbringt Unerwartetes. So erleben es auch meine Protagonisten ...

Karpatenfürst

Kim Landers

Karpatenfürst

"Karpatenfürst" ist die Fortsetzung von "Schattenfürst" aus der Serie um den Orden der Dcera.
Karpatenfürst: Erotischer Vampirroman
erschienen im Plaisir D'amour Verlag (Dez. 2010), ISBN 978-3-93828-165-9

Kurzbeschreibung

Osteuropa im 19. Jahrhundert: Anton Drazice kehrt nach Prag zurück, um die Dcera, den Orden der Vampirjägerinnen, auszurotten. Einzig Daniela, ein Mischwesen aus Dcera und Dhampir, kann entkommen. Drazice reist nach Rumänien in die Karpaten, um mit Fürst Valerji cel Bâtrân, Oberhaupt eines der ältesten und mächtigsten Vampirclans, zu paktieren. Als Daniela erfährt, dass Drazice in die Karpaten zu dem Vampirfürst gereist ist, schließt sie sich fahrenden Zigeunerinnen, Bluthuren, an und folgt ihm. Mehrere Vampire, unter ihnen Fürst Valerji, suchen die Bluthuren im Zigeunerlager auf. In Notwehr tötet Daniela einen der Vampire. Getrieben von seinem Verlangen Daniela zu besitzen, droht Valerji, sie und die Zigeunerinnen wegen des Mordes an seinem Gefolgsmann zu töten, wenn Daniela ihm nicht für Liebesdienste zur Verfügung steht. Daniela fühlt sich von dem dunklen Fürsten angezogen und lässt sich willig verführen. Doch Drazice sinnt nach wie vor auf Rache, und auch Valerji würde nicht zögern sie zu töten, wüsste er um Danielas wahre Identität ...

Leseprobe

Daniela wusste nicht, ob es Tag oder Nacht war. Wie lange mochte sie geschlafen haben? Sie fühlte sich völlig zerschlagen. Irgendjemand hatte ihr ein Tablett mit Brot und Milch ins Zimmer gestellt und neue Kerzen angezündet. Anscheinend hatte sie lange geschlafen und das Frühstück verpasst. Ihr Magen knurrte. Sie sprang aus dem Bett und verschlang gierig das Essen. Plötzlich hörte sie eilige Schritte auf dem Flur, Türenschlagen, dann Stille. Wenig später vernahm sie flüsternde Stimmen und dann folgte Gekicher. Waren das Dienstboten? Neugierig lief sie auf Zehenspitzen zur Tür und drückte vorsichtig die Klinke hinunter. Sie war erstaunt, denn die Tür war wider Erwarten nicht abgeschlossen. Das wirkte geradezu wie eine Einladung zur Flucht. Ihr Herz hüpfte vor Freude in der Brust. Daniela öffnete die Tür nur so weit, bis sie hinausspähen konnte. Der Korridor war leer. Durch die hohen Rundfenster sah sie die roten Streifen am Himmel der untergehenden Sonne. Sie musste nicht nur eine Nacht, sondern auch noch einen ganzen Tag geschlafen haben. Wieder ein vergeudeter Tag, den sie besser für eine Flucht hätte nutzen können. Das Gekicher und Geflüster kam vom anderen Ende des Flurs. Eine Tür öffnete sich und ein Mädchen in weißer Korsage und Unterhose schlüpfte hinaus, um hinter der gegenüberliegenden Tür wieder zu verschwinden. Verwundert folgte Daniela diesem seltsamen Schauspiel. Ein anderes Mädchen im Haus? Noch dazu ein Mensch und keine Vampirin? Sie konnte noch nicht lange da sein, sonst hätte sie ihren Geruch längst gewittert. Irgendwie war es ein beruhigendes Gefühl, eine andere Sterbliche hier zu wissen. War sie vielleicht eine Hure? Doch sie roch kein getrocknetes Blut. Sie zuckte zusammen, als feste Tritte auf der Treppe erklangen und über der Brüstung ein dunkler Schopf auftauchte. Es bestand kein Zweifel, wem er gehörte: Valerij cel Bâtrân. Er hatte ihr gerade noch gefehlt. Ihre Hoffnung auf eine Flucht schwand mit seinem Erscheinen. Hastig zog sich Daniela zurück und verharrte mit klopfendem Herzen hinter der Tür. Der Fürst stoppte vor ihrem Zimmer und schien zu lauschen. Ahnte er etwa, dass sie einen neuen Fluchtversuch plante, oder wollte er sich nur vergewissern dass sie noch immer schlief? Ihr wurde ganz anders bei dem Gedanken, er könnte gleich ins Zimmer stürmen. Nach einer Weile hörte sie, wie er weiter den Flur entlanglief, und atmete erleichtert auf. Sie lugte wieder zur Tür hinaus und sah, wie er den Raum betrat, in dem kurz zuvor das Mädchen verschwunden war. Seine Stimme klang gedämpft, und sie konnte seine Worte nicht verstehen, aber der samtige Klang verursachte eine Gänsehaut. Das Mädchen kicherte erneut. Fürchtete die sie sich gar nicht in der Nähe dieses gefährlichen Vampirs? Ein Poltern erklang, wieder Kichern, ein lautes Stöhnen, bis es wieder still wurde. Hatte der Fürst das Mädchen etwa umgebracht und saugte ihr gerade das Blut aus? Aber hätte sie dann nicht vorher geschrien? Und das Stöhnen klang nicht schmerzvoll oder angsterfüllt, sondern im Gegenteil erregt. Danielas Neugier war geweckt.
Sie schlüpfte in den Korridor und schlich zur Tür, hinter der eben noch die Geräusche erklungen waren. Weil es noch immer totenstill war, presste sie ihr Ohr gegen das Türblatt und lauschte. Nichts. Daniela zuckte mit den Achseln und überlegte, ob sie die Tür öffnen sollte, aber dann verwarf sie den Gedanken und kehrte um, als plötzlich hinter ihr die Tür knarrend aufsprang. Sie zuckte zusammen und befürchtete, dem Fürsten gegenüberzustehen, der sie beim Lauschen ertappte. Eine Bestrafung wäre ihr gewiss, und sie wollte gar nicht über die Art nachdenken. Aber niemand erschien, als hätte ein Geist die Tür geöffnet.
Daniela wandte sich wieder um und warf einen Blick in den Raum. Kostbare orientalische Teppiche lagen auf dem steinernen Boden, Tierfelle zierten die Wände. Marmorne Skulpturen, nackt und in anzüglichen Posen bildeten eine Art Gang, der zu einer spanischen Wand führte. Lederbezogene Stühle mit hohen Lehnen standen aufgereiht davor und gewährten Voyeuren einen Blick durch die ausgeschnittenen Ornamente des Paravents auf das dahinterliegende Geschehen. Stoff raschelte und blondes Haar schimmerte durch die Löcher im Paravent.
„Wie möchtest du mich gerne haben?“, fragte eine Mädchenstimme. Daniela war sicher, dass es das Mädchen war, das sie vorhin auf dem Korridor gesehen hatte. Sie verbarg sich hinter der Skulptur eines nackten Mannes und betrachtete den Sockel, auf dem ein Name eingemeißelt worden war. Daniela verdrehte sie Augen, denn ausgerechnet Eros, der Liebesgott, bot ihr Schutz. Als ihr Blick auf den erigierten Phallus der Statue fiel, musste sie schlucken. War das das Liebesnest Valerij cel Bâtrâns? Sie wagte kaum zu atmen, um sich nicht zu verraten. Hatte der Vampir sie bereits gewittert oder war er so trunken vor Lust, dass er sie nicht wahrnahm? Jedenfalls ließ er sich nicht anmerken, dass er von ihrer Gegenwart wusste. Am liebsten wäre Daniela umgedreht, aber ihre unbändige Neugier ließ sie bleiben und verlangte, zuzusehen. Bei der Vorstellung, heimlich seine Liebesspiele anzuschauen, kitzelte es auf ihrer Haut, als liefe eine Armee Käfer darüber. Was würde der Fürst von der Blonden fordern? Daniela beugte sich weiter vor, um mehr sehen zu können. Durch das ovale Ornament erkannte sie das Mädchen, das langsam und mit einem lasziven Lächeln auf den vollen Lippen die Bänder ihrer Korsage öffnete. Sie warf den Kopf in den Nacken und schüttelte ihr Haar aus. Valerij cel Bâtrân lag auf einem Diwan und beobachtete sie amüsiert. Das lüsterne Funkeln in seinen Augen versetzte Daniela einen Stich. Genauso hatte er sie auch angesehen. War das bei jeder Frau so?
„Was hast du denn zu bieten?“, stellte er die Gegenfrage. In seinem Blick lag etwas Lauerndes.
„Alles, was Ihr Euch wünscht, mein Herr.“
„Zieh dich weiter aus. Ich möchte deinen Körper ausgiebig betrachten.“
„Ich tue alles, was Ihr von mir verlangt.“
Die Blonde verhielt sich für Danielas Geschmack etwas zu unterwürfig. Anscheinend auch für den Karpatenfürsten, denn ihr war nicht dieser Anflug von Langeweile in seinem Blick entgangen, der für einen winzigen Moment aufflackerte. Zum Teufel, was hatte dieser Vampir an sich, dass die Frauen sich ihm bereitwillig anboten? Was würde er danach von ihr verlangen? Daniela musste es wissen, um darauf vorbereitet zu sein. Lügnerin, schalt sie sich, du willst wissen, ob er ein guter Liebhaber ist. Ihr wurde heiß unter seinem Blick, obwohl er nicht ihr galt. Du willst, dass er dich genauso betrachtet wie das Mädchen. Jetzt stand die Blonde nackt vor ihm. Daniela konnte nur ihre Kehrseite begutachten, die wirklich sehr ansehnlich war, viel runder und weiblicher als ihre eigene, bemerkte sie neidisch. Wenn der Fürst lieber eine Rubensfigur vorzog, was wollte er dann von ihr? Dich bestrafen. Daniela leckte sich über die trockenen Lippen.
„Dreh dich um“, befahl Valerij. Die Blonde tat, wie ihr geheißen. „Und jetzt bück dich.“
Auch das führte sie aus. Jetzt betrachtete er auch noch ausgiebig die Spalte des Mädchens. Daniela spürte, wie es in ihrer zu pochen begann. Valerij streckte seine Hand aus und berührte das Hinterteil der Blonden. Wie hypnotisiert verfolgte Daniela der Spur seiner schlanken, gepflegten Finger und hielt den Atem an. Sie wusste nur allzu gut, wie sie sich auf der Haut anfühlten. Unglaublich sanft. Sie schloss die Augen und glaubte fast, seine Hand an ihren Backen zu fühlen. Das Pochen in ihrem Schoß wurde immer stärker und ging in ein Ziehen über, das sich bis zu ihren Brüsten erstreckte. Auf einen Wink des Fürsten hin setzte sich das Mädchen vor ihn auf den Diwan und lehnte sich mit dem Rücken gegen seinen wohlgeformten Oberkörper. Er beugte sich vor und seine Lippen fuhren über ihren Oberarm hinauf zur Schulter und wanderten weiter zur Halsbeuge, während seine Hände ihre prallen Brüste umfassten und massierten. Stöhnend wand sie sich in seinen Armen, als er mit der Zungenspitze über ihre Ohrmuschel fuhr und mit einem schmatzenden Geräusch in der Mitte verschwand. Wie gebannt beobachtete Daniela jede seiner Liebkosungen und wagte kaum, zu atmen. Ihr Herz schlug wie verrückt und bei jeder neuen Körperstelle, der er seine Aufmerksamkeit zuwandte, schien es in der Brust zu springen. Ihre Haut brannte an den gleichen Körperstellen wie bei dem Mädchen, als wären Valerijs Lippen darüber gefahren. Das Beobachten erregte sie wie eine reale Berührung.
In ihr loderte das ungezügelte Feuer der Leidenschaft, das nach Befriedigung schrie. Umso mehr störte es sie, nicht diejenige zu sein, der die Zärtlichkeiten galten. Wie geschickt seine Finger die Brustwarzen der Blonden zwirbelten, bis sie knallrot waren.

© Sira Rabe